Die Umsätze im Musikgeschäft gingen im ersten Halbjahr 2005 um 1,9 Prozent zurück: Nach 13,4 Mrd. Dollar im ersten Halbjahr 2004 setzten die Plattenfirmen nach Angaben der Londoner IFPI in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres nun 13,2 Mrd. Dollar um. Dabei habe das Digitalgeschäft seinen Anteil im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf nunmehr sechs Prozent verdreifacht. Nach IFPI-Schätzungen spielen Musikverkäufe über das Internet und über mobile Kanäle, exklusive mono- und polyphoner Klingeltöne, inzwischen global rund 790 Mio. Dollar ein – im Vergleichszeitraum 2004 waren es noch rund 220 Mio. Dollar.
„Der digitale Boom setzt sich in beeindruckender Geschwindigkeit fort“, meinte IFPI-Chairman John Kennedy. Die IFPI stützt sich bei ihrer Halbjahresstatistik für das Digitalgeschäft auf die Angaben der Majorfirmen, die Ergebnisse der Independentfirmen wurden als Schätzung addiert.
Mehr und mehr Kunden seien dabei, sich dem legalen Onlinegeschäft oder mobilen Musikdownloads zu öffnen. Allerdings, so schränkt die IFPI ein, entfalle das größte Wachstum im Digitalgeschäft bislang auf die fünf führenden Phonomärkte in den USA, Japan, Großbritannien, Deutschland und Frankreich. In den Vereinigten Staaten wurden im ersten Halbjahr 159 Mio. Titel als Downloads verkauft. Der erzielte Umsatz beträgt geschätzte 198 Mio. Dollar und entspricht einem Viertel des weltweiten Digitalumsatzes. In UK konnten in den ersten sechs Monaten zehn Mio. Downloads abgesetzt werden, in Deutschland waren es 8,5 Mio und in Japan erbrachten digitale – und dabei zu 96 Prozent mobile – Verkäufe einen Umsatz von mehr als 133 Mio. Dollar im ersten Halbjahr.
Im physischen Geschäft verzeichnet die IFPI dennoch weiterhin ein deutliches Minus: Nach Konsumentenpreisen sanken die Umsätze im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 um 6,3 Prozent auf global noch 12,4 Mrd. Dollar, die Zahl der verkauften Einheiten sank um 6,6 Prozent auf 915,2 Mio. Tonträger. Im CD-Verkauf schlugen sich nach IFPI-Berechnungen zudem sinkende Durchschnittspreise nieder: So fiel hier nach Umsätzen ein Minus von 6,7 Prozent an, während das Minus nach Stückzahlen nur bei 3,4 Prozent rangierte. Außerdem im Minus: die Verkäufe von Musik-DVDs. Hier schlug ein Rückgang von 3,1 Prozent nach Umsätzen und von 1,6 Prozent nach Einheiten zu Buche. Weltweit entfiel wie im Vorjahreszeitraum ein Marktanteil von 7,2 Prozent auf das Geschäft mit Musik-DVDs.
Die Zwischenbilanz der IFPI berücksichtigt die 20 wichtigsten Märkte der Welt, die rund 90 Prozent zum globalen Musikumsatz und etwa 80 Prozent zum Stückzahlenabsatz beisteuern.






