Recorded & Publishing

Digitalmarkt bremst US-Abschwung nicht ausreichend

Der physische Markt ist in den USA zum Halbjahr im Keller. Das Digitalgeschäft kann die Verluste zwar dämpfen, doch der Downloadabsatz reicht nicht aus, um die Tonträgerverluste zu kompensieren. Die wirklich schlechte Nachricht: Das Onlinewachstum lässt nach.

Der physische Musikmarkt ist in den USA zum Halbjahr deutlich im Keller. Die Verkäufe von CD-Alben sind im Vergleich zu 2006 um gut 19 Prozent zurückgegangen, das offizielle Minus im Longplay-Segment beträgt bei 229,8 Millionen Einheiten 15,1 Prozent. In dieser Statistik von Charts-Ermittler Nielsen SoundScan sind allerdings auch digitale Verkäufe von Alben enthalten.

Das Digitalgeschäft kann also die Verluste ein wenig dämpfen, doch der Downloadabsatz reicht insgesamt längst nicht aus, um die Tonträgerverluste zu kompensieren. 417,3 Millionen Einzeltracks wurden in den Vereinigten Staaten in den ersten sechs Monaten verkauft. Setzt man dabei zehn Downloads mit einem Album gleich, betrüge das Minus zum Halbjahr nur noch 9,1 Prozent. Doch das bleibt eine Pro-forma-Rechnung: Bei den Großhandelspreisen pro Download bringt ein solches „SoundScan-Album“ nur rund sieben Dollar Umsatz für die Labels, während die Vertriebe für CD-Alben meist rund zehn Dollar vom Handel verlangen.

Und die wirklich schlechte Nachricht: Das Onlinewachstum lässt inzwischen bereits nach. Die 417,3 Millionen Songverkäufe sind 48,5 Prozent mehr als die US-Branche im ersten Halbjahr 2006 absetzen konnte. Doch damals registrierte Nielsen SoundScan noch Zuwächse von 77 Prozent. Es geht also weiter aufwärts für den Digitalmarkt, aber mit verminderter Geschwindigkeit. Gleichzeitig erhöht sich das Tempo der Erosion im physischen Geschäft. Um das Jahr 2007 ohne Verluste zu beenden, müssten die Labels in den nächsten sechs Monaten 358 Millionen Alben verkaufen – 41 Millionen mehr als in der zweiten Jahreshälfte 2006.

Vielleicht trägt ja eine Promotionaktion im iTunes Store etwas zu diesem Ziel bei. Unter der Rubrik „Next Big Thing“ gibt es ausgesuchte Alben bereits ab 5,99 Dollar. Darunter die aktuellen Veröffentlichungen von Acts wie The Cinematics, Céu, The Kooks, Hot Chip, Digitalism, The View oder Peter, Bjorn and John.

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