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Digitalgeschäft und DVDs schieben britisches Musikgeschäft an

Die britische Musikbranche verbuchte im ersten Quartal 2006 Zuwächse im Digitalgeschäft und beim Verkauf von Musik-DVDs. Die Kehrseite des digitalen Höhenflugs zeigt sich allerdings im Compilations-Segment – die Einbrüche hier zogen den gesamten Albummarkt ins Minus.

Die britische Musikbranche verbuchte im ersten Quartal 2006 Zuwächse im Digitalgeschäft und beim Verkauf von Musik-DVDs. Die Zahl der verkauften Downloadtracks wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 152 Prozent und erreichte mit 11,5 Mio. Einheiten einen Marktanteil von 78 Prozent aller verkauften Singles. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 44 Prozent und vor zwei Jahren bei vier Prozent.

„Wir haben mit einer Übergangszeit von drei Jahren gerechnet, doch nun hat sich die britische Musikbranche schon binnen 30 Monaten von ihrer einstmals 100-prozentigen Fokussierung auf das physische Produkt zum am weitesten entwickelten Digitalmarkt Europas gewandelt“, triumphierte BPI-Chairman Peter Jamieson.

Vom Digitalboom profitierte dabei der gesamte Markt für Singles: Im Jahresvergleich wuchs die Zahl der verkauften Singles über alle Formate um 44 Prozent.

Dennoch hat die Musik-DVD die Single als Umsatzbringer nach Angaben des britischen Branchenverbands BPI inzwischen überrundet und im ersten Quartal auch nach verkauften Exemplaren um 33 Prozent auf 1,5 Mio. Einheiten zugelegt. Top-Seller war dabei „Back To Bedlam – The Bedlam Sessions“ von James Blunt.

Die Kehrseite des digitalen Höhenflugs zeigt sich allerdings im Compilations-Segment – die Einbrüche bei den Hit-Kopplungen zogen den gesamten Albummarkt mit 31,3 Mio. verkauften Alben nach Absatzzahlen um drei Prozent ins Minus. Dabei verzeichnete die BPI beim Verkauf von Künstleralben mit 27,9 Mio. Exemplaren und einem Zuwachs von 1,5 Prozent im Vorjahresvergleich einen neuen Rekord für ein erstes Quartal. Das bestverkaufte Album von Anfang Januar bis Ende März lieferten die Arctic Monkeys: Mit 900.000 verkauften Kopien von „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“ erreichten die Newcomer in der Quartalsbilanz allein einen Albummarktanteil von 2,5 Prozent.

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