Bis zum Ende des Jahrzehnts will EMI bis zu ein Viertel seiner Umsätze aus dem Verkauf digitaler Formate erwirtschaften. Derzeit scheitert der britische Major allerdings noch an der Zehnprozenthürde. Vor allem das Wachstum im vermeintlichen Boom-Segment ist eher dürftig.
Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2006/07 setzte die EMI Group 73,7 Millionen Pfund (108,7 Millionen Euro) im nicht physischen Geschäft um. Das entspricht einem Anteil von 8,5 Prozent am Gesamtumsatz. Die Umsätze der Tonträgersparte EMI Music im Digitalbereich erreichten mit 62,4 Millionen Pfund (92 Millionen Euro) einen Anteil von 9,4 Prozent. Im Verlagsbereich ist dieses Stück vom Kuchen noch schmäler: 11,3 Millionen Pfund (16,7 Millionen Euro) entsprechen 5,6 Prozent der Einnahmen von EMI Music Publishing.
Insgesamt ist das zwar ein Wachstum von 64 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2005/06, doch in der Gegenüberstellung mit dem zweiten Halbjahr 2005/06 – also dem der aktuellen Zwischenbilanz unmittelbar vorausgegangenen Berichtszeitraum – kletterten die Digitalumsätze nur um knapp zwölf Prozent. Laut der Präsentation zur EMI-Zwischenbilanz stagnierten sogar die Verkäufe von Internetdownloads.
Das mäßige Wachstum resultierte allein aus einem Plus im Mobilbereich und beim Verkauf von Abonnements. Doch global betrachtet fristet die Vermarktung von Subskriptionen weiter ein Nischendasein. Dafür holt das Segment Mobile auf: In Asien besorgt dieser Vertriebsweg schon längst rund 90 Prozent aller digitalen EMI-Verkäufe, in Europa ist dagegen eine leichte Sättigung festzustellen, während der Verkauf übers Handy in Nordamerika gerade erst so richtig in Gang kommt.






