Die Luft für die geplante Fusion der beiden US-Satellitenradioanbieter XM und Sirius wird immer dünner. Eine einflussreiche Marktforschungsfirma legte eine Untersuchung vor, die für den Fall eines Zusammenschlusses ausschließlich negative Folgen für den Markt konstatiert.
Die Carmel Group wurde von der National Association of Broadcasters (NAB), einem Zusammenschluss terrestrischer Radiosender, mit einer Marktanalyse beauftragt. Ergebnis: Die XM-Sirius-Hochzeit würde zu „weniger Service, weniger Erschwinglichkeit, weniger Programmvielfalt und weniger Auswahl bei Inhalten und Geräten“ führen.
Die Carmel Group hatte mit einem Gutachten schon einmal ein Fusionsvorhaben zu Fall gebracht: 2002 wollten die beiden Satelliten-TV-Anbieter DirecTV und EchoStar einen Zusammenschluss, der aber von der US-Medienaufsicht FCC gestoppt wurde.
Der Carmel-Report verweist unter anderem auf die Wechselwirkung der bisherigen Marketinginitiativen von XM und Sirius: Wann immer einer der beiden Wettbewerber ein neues Produkt oder einen neuen Service lanciert hatte, zog der Mitbewerber zügig nach. Dies sei ein Beleg dafür, dass selbst bei Duopolen der Konkurrenzkampf zu Vorteilen für die Verbraucher führt, so die Marktforscher.
Auch das Argument der beiden Firmen, Satellitenradio müsse sich auf dem freien Markt auch gegen terrestrisches Radio, Musikhandys, Webcasts und Downloads behaupten, entbehre jeder Grundlage. „Sirius und XM zeigen mit diesem Fusionsgesuch vielmehr ein hohes Maß an Ungeduld und Habgier.“
Der Carmel-Bericht schließt mit der Empfehlung: „Bei allem Respekt, dieser Antrag sollte unter keinen Umständen von der US-Regierung genehmigt werden.“





