Ein bislang kaum in Erscheinung getretener US-Digitalvertriebsdienstleister will durch einen Börsengang sein Geschäft erweitern und an Marktrelevanz gewinnen. Die Digital Music Group (DMG) will bis zu 36 Mio. Aktien an der Nasdaq listen lassen und mit den IPO-Erlösen digitale Vertriebslizenzen zu Backkatalogen aufkaufen. Wie viel die DMG durch den Aktienverkauf einnehmen will, wurde bislang nicht bekannt.
In ihrem Antrag bei der US-Börsenaufsicht SEC weist die DMG, die aus der einst als „Digitallabel“ gestarteten Firma Digital Musicworks International und Rio Bravo Entertainment besteht, indes ihr Geschäftsmodell aus: Man will die Rechte an vergriffenem Material, Backkatalogen, früheren Hits und Aufnahmen von Independentlabels erwerben, um sie als Großhändler Downloadanbietern wie iTunes, Napster, Rhapsody, MSN Music oder im Wal-Mart Music Store weiter zu verkaufen. Die DMG setzt bei ihren Börsenplänen auf die Wachstumsprognosen für den digitalen Musikvertrieb in den kommenden Jahren.
Derzeit ist das im Februar 2004 gegründete Unternehmen allerdings noch mit den Problemen eines Start-ups beschäftigt: Im ersten Halbjahr machte die DMG bei einem Umsatz von 223.672 Dollar einen Verlust von 866.172 Dollar. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben im Moment über die digitalen Vertriebsrechte von rund 200.000 Titeln, davon sind jedoch erst 17.000 bei elf verschiedenen Downloadhändlern erhältlich.
Zu den Topsellern zählen hauptsächlich Oldies von Fats Domino, The Archies, The Tams oder The Foundations. DMG-Tochter Digital Musicworks hat auch zehn eigene Künstler unter Vertrag, deren Werke ausschließlich digital vermarktet werden.





