MusikWoche: Phononet wurde 1991 aus dem Verband der Musikindustrie heraus gegründet, von Unternehmen, die sonst im Wettbewerb miteinander stehen. Wäre eine solche Konstruktion heute überhaupt noch möglich? Dietmar Schlumbohm: Ein Gemeinschaftsunternehmen aufzuziehen, ist schon etwas Besonderes. Wir müssen hier den Gründungsvätern großen Respekt zollen, die das Ganze im Vorstand des heutigen Bundesverbands Musikindustrie gedanklich zunächst vorbereitet, dann aber auch in der täglichen Arbeit im Beirat umgesetzt haben. Es war eine visionäre Idee, nicht wettbewerbsrelevante Prozesse in ein gemeinsames Service-Center auszulagern, um schlussendlich für die Musikindustrie und den Handel Kosten zu sparen. Heute ist der Markt schwieriger geworden, ob eine Gründung wie die von Phononet auch heute noch gelingen würde, kann ich nicht beurteilen. Aber die gute Zusammenarbeit der Wettbewerber zum Beispiel im Phononet-Beirat bei neuen Projekten zeigt mir, dass dieses Bewusstsein für technische Effizienz auch heute noch vorhanden ist: Die Unternehmen der Musikwirtschaft können sehr wohl unterscheiden, wo sie miteinander im Wettbewerb stehen und wo es sinnvoll ist, zusammenzuarbeiten.
Dietmar Schlumbohm im Gespräch: „Phononet muss in schwierigen Zeiten profitabel arbeiten“
Vor gut fünf Jahren übernahm Dietmar Schlumbohm die Geschäftsleitung beim Branchendienstleister Phononet. Im Gespräch mit MusikWoche-Redakteur Knut Schlinger geht er zum Firmenjubiläum auf die unternehmerischen Erwartungen an Phononet ein und bezieht Stellung zur Standortfrage.






