Recorded & Publishing

Die Industrie wehrt sich

Die Industrie wehrt sich

Spätestens im Sommer diesen Jahres war klar, dass die Musikbranche nicht länger gewillt war, kampflos das Feld der illegalen CD-Brennerei zu überlassen. Flankiert von einer vom Bundesverband Phono vorgelegten GfK-Studie, die darstellte, dass im vergangenen Jahr 133 Millionen CD-Rohlinge mit Musik bespielt wurden, kündigten die Major-Plattenfirmen nach und nach an, ihre Veröffentlichungen mit einem Kopierschutz zu versehen. Die Schutzsysteme, die klingende Namen wie „Cactus Data Shield“, „Key2Audio“ oder „AudioLock“ tragen, funktionieren allesamt nach dem Prinzip, mit einer zusätzlichen Datenmenge auf dem Tonträger CD-ROM-Laufwerke von PC“s zu „verwirren“. Diese sollen im Idealfall dann das Abspielen der CDs -und somit auch das Kopieren per Brenner – verhindern. Das Echo aus der Branche war geteilt: 71,79 Prozent der Teilnehmer drückten in einer Online-Umfrage von musikwoche.de ihre Skepsis aus und meinten, dass die Kopierschutzpläne zu spät kommen. Nur 28,1 Prozent waren der Meinung, dass die Industrie gerade noch rechtzeitig handelt. In den kommenden Monaten wird sich herausstellen, ob die Schutzmechanismen die Verkaufszahlen nach oben treiben können und ob die Einführung überhaupt auf einem soliden rechtlichen Boden steht. Einige Konsumenten haben angekündigt, für ihr Recht auf eine Privatkopie vor den Kadi ziehen zu wollen.