Recorded & Publishing

„Die Charts sind sauber“

In der Diskussion um mögliche Manipulationen der Charts, verursacht durch massive Käufe von CDs von Jeanette Biedermann und Bernhard Brink gibt es zwei interessante Wortmeldungen: Media Control meint, dass die Käufe keine Auswirkungen hatten, der Beschuldigte Holger Kurschat räumt erstmals ein, dass es solche Käufe gab.

Media Control, in Deutschland zuständig für die Ermittlung der Charts, hat sich jetzt ebenfalls zu Wort gemeldet. Geschäftsführerin Ulrike Altig erklärte im Gespräch mit musikwoche.de, dass die behaupteten Manipulationsversuche wirkungslos geblieben seien. Generell sei es unrichtig, wenn die Zeitschrift „Max“ behaupte, dass über sechs Wochen mit 300 bis 400 gekauften CDs die Charts manipuliert werden können: „Zwischen Kurschats Aktivitäten und dem Charts-Ergebnis gibt es keinen kausalen Zusammenhang“. Das liege unter anderem daran, dass einige Läden, in denen der Manager möglicherweise kaufen ließ, zum einen generell nicht in dem Media-Control-Händler-Panel einbezogen sind, zum anderen werde über einen Zufallsgenerator einzelne meldende Händler für die Chartermittlung selektiert. Altig kommt zu dem Ergebnis, dass die Charts sauber sind. Manipulationsversuche habe es in der Vergangenheit zwar auch bei anderen Fällen immer wieder gegeben, jedoch würden diese durch „feine und enge Kontrollmechanismen“ sofort auffallen und entsprechende Meldungen an den Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft weitergeleitet werden. In einer Pressemitteilung der Verlagsgruppe Milchstraße, unter anderem Herausgeber der Zeitschrift „Max“, die mit Berichten in ihren beiden letzten Ausgaben den „Skandal“ ausgelöst hatte, räumte Kurschat Zahlungen für systematische CD-Käufe ein, erklärte aber: „Hier handelt es sich um organisiertes Fan-Verhalten, und mein Job als Manager ist es, solche Sachen zu optimieren.“ Die CD-Käufe bezeichnete er als „professionelles Management und nicht als Charts-Manipulation“. Damit weicht Kurschat deutlich von früheren Aussagen ab, gegenüber musikwoche.de hatte er noch am 18. März .