Diesmal behielten die Insiderpropheten Recht: Nach Monaten der Verzögerung hat Apple am 4. August endlich eine japanische Niederlassung für den iTunes Music Store eröffnet. Die Planung für den Downloadshop im zweitgrößten Musikmarkt der Welt war bereits im Vorfeld problematisch. Viele Rechteinhaber waren dem Vernehmen nach nicht mit den in den 19 vorhandenen iTunes-Ablegern üblichen Preisen und Nutzungsrechten einverstanden. Die kategorischen 99 Cents pro Song – oder ein Annäherungsbetrag in der jeweiligen Landeswährung – und die Möglichkeit zum Brennen der erworbenen Dateien auf CD stießen auf Widerstand bei den japanischen Labels. Doch Anfang Juli hatte mit der Avex Group Holding der erste Major in Japan offiziell zugegeben, ein digitales Vertriebsabkommen mit Apple geschlossen zu haben.
Und nun, zum Start des Angebots in Japan, bricht Apple erstmals mit einem internen Gesetz: Es gibt den Einheitspreis pro Song nicht mehr. 90 Prozent des über eine Million Titel umfassenden Downloadkatalogs kosten bei iTunes Japan 150 Yen (umgerechnet 1,09 Euro), für die restlichen zehn Prozent des Repertoires müssen die Kunden 200 Yen (1,46 Euro) bezahlen. Damit liege man noch immer unter den Preisen des in Japan bislang erfolgreichsten Downloaddienstes Mora, der für jeden Song 210 Yen (1,53 Euro) verlangt. Unklar ist derzeit noch, welches Repertoire für den höheren Preis angeboten wird. Doch angesichts der Startverzögerung und der vermuteten Ursachen, dürfte es sich dabei hauptsächlich um Titel der 15 japanischen Rechteinhaber handeln, die ihre Kataloge an Apple lizenziert haben.
Zur Eröffnung wartet iTunes Japan mit Songs von Lokalmatadoren wie Ulfuls, Def Tech, Crazy Ken Band, Chara, Little Creatures oder Chie Ayado auf. Zudem finden sich unter den 10.000 Hörbüchern auch Werke japanischer Autoren. Und das Podcast-Register von iTunes listet nun auch japanische Anbieter wie InterFM, Sotokoto oder Radio Nikkei.
Als weiteres Schmankerl gab Apple bekannt, dass man als einziger Downloadverkäufer sich die Rechte am frühen Katalog des Labels ABKCO gesichert hat. Damit kann der iTunes Store bislang nicht als Download erhältliche Songs von Sam Cooke und den Rolling Stones anbieten. Apple ist damit der weltweit einzige Shop, der alle Titel der Stones im Programm hat.






