Recorded & Publishing

Deutsches Musikgeschäft erneut im Minus

Die deutsche Phonobranche verbuchte im Jahr 2006 bei Umsätzen von 1,706 Milliarden Euro ein Umsatzminus von 2,4 Prozent. Für positive Signale sorgten der Digitalmarkt und Verkäufe von CD-Alben und Musik-DVDs.

Die deutsche Phonobranche verbuchte im Jahr 2006 bei Umsätzen von 1,706 Milliarden Euro ein Umsatzminus von 2,4 Prozent. Damit hat die Branche bereits das neunte Jahr mit schrumpfenden Erträgen hinter sich – seit 1997 haben sich 38 Prozent der Umsätze in Luft aufgelöst. Die Zahl der verkauften Tonträger und Bildtonträger sank um 2,7 Millionen Exemplare auf 186 Millionen.

Trotz weiterer Erfolge im Kampf gegen die Onlinepiraterie gelten unautorisierte Downloads weiterhin als Hauptgrund für die Probleme der Branche: „Trotz unserer Erfolge bei der Eindämmung der Internet-Piraterie blockieren die hohe Zahl illegaler Downloads und der weiter wachsende Anteil von Privatkopien nach wie vor den Turnaround“, sagte Peter Zombik, Geschäftsführer der deutschen Phonoverbände am 29. März in Berlin. Für die Präsentation der Jahreszahlen für 2006 hatte der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft diesmal zu Dussmann – das KulturKaufhaus geladen und sich damit einen Handelspartner ausgesucht, der bundesweit als Aushängeschild der Branche gilt.

Für positive Signale sorgten der Digitalmarkt und Verkäufe von Alben und Musik-DVDs: Die Downloadumsätze wuchsen um 40 Prozent, fünf Prozent aller Umsätze entfallen inzwischen auf den Verkauf von Musik per Internet oder über mobile Plattformen. Auch im physischen Geschäft gewinnt der Onlinehandel weiter an Bedeutung: Hier haben sich die Versandhandelsplattformen mit einem Marktanteil von 17,9 Prozent hinter den Elektrofachmärkten mit rund 30 Prozent als zweitwichtigster Vertriebskanal etabliert. Die Zahl der verkauften CD-Alben als dem wichtigsten Umsatzbringer der Branche wuchs im Jahresvergleich von 147,6 Millionen Exemplaren auf 149,5 Millionen Stück, Musik-DVDs legten um mehr als zehn Prozent auf 14,2 Millionen Einheiten zu. Die Single brach dagegen erneut zweistellig ein.

Weitere Details zur Jahresbilanz der Phonoverbände finden Sie in unserem Themenfeature.

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