Das deutsche Musikgeschäft legte 2016 weiter zu. Nach ersten Hochrechnungen des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) vom 19. Januar 2017 lag das Plus bei 2,4 Prozent. Beinahe ein Viertel der Umsätze entfällt inzwischen auf den Wachstumsmotor Streaming.
Die formatübergreifenden Umsätze wuchsen hierzulande im Jahr 2016 nach einem Trendreport des BVMI nach Endverbraucherpreisen und inklusive Mehrwertsteuer auf 1,58 Milliarden Euro. Damit blieb der deutsche Musikmarkt 2016 im vierten Jahr in Folge auf Wachstumskurs, kam aber nicht ganz an die Zahlen des Vorjahres heran: Die 2015 erzielten Einnahmen in Höhe von 1,55 Milliarden Euro bedeuteten schließlich noch zum Jahr 2014. In verbuchte die Musikwirtschaft hierzulande noch Zuwächse von 3,6 Prozent.
„Die Wachstumskurve mag 2016 etwas flacher ausgefallen sein als im Vorjahr, das spricht aber nicht gegen den derzeit generell positiven Trend am Markt“, sagt BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke. Ohne Adele und Helene Fischer namentlich zu nennen, verweist Drücke zur Begründung auf „mehrere Megaseller“, die das Weihnachtsgeschäft 2015 noch „besonders positiv stimuliert“ hätten: „Vergleichbares hat es im vergangenen Jahr nicht gegeben.“
Die höchste Wachstumsrate verzeichnete im vergangenen Jahr erneut das Audiostreaming, das mit einem Umsatzplus von 73,1 Prozent auf einen Marktanteil von 24,3 Prozent kam. Um 41 Prozent aufwärts ging es auch im Vinyl-Geschäft, das seinen Umsatzanteil von 3,2 Prozent der Einnahmen im Jahr 2015 über 4,3 Prozent zum Halbjahr 2016 auf nunmehr 4,5 Prozent im Gesamtjahr ausbauen konnte. Damit hat das Vinyl, das , nunmehr Musik-DVDs und Blu-rays nach Umsätzen überholt: Die Bildtonträger gaben im Vorjahresvergleich Umsatzanteile in Höhe von 0,7 Prozentpunkten ab und kommen nunmehr nur noch auf einen Anteil von 3,4 Prozent.
Mit einem Marktanteil von 53,7 Prozent blieb die CD jedoch weiterhin der größte Umsatzbringer im deutschen Musikmarkt des vergangenen Jahres. Allerdings gingen die Einnahmen der Plattenfirmen aus dem Verkauf von CDs doch deutlich um 9,6 Prozent zurück. Downloadumsätze brachen derweil gar um 19,4 Prozent ein und kamen nun mit einem Marktanteil von 12,3 Prozent nur noch auf Rund die Hälfte der Streamingeinnahmen. Vor Jahresfrist erzielte die deutsche Musikbranche im Downloadverkauf noch höhere Umsätze als mit Musikabos.
Physische Ton- und Bildtonträger steuerten zusammengerechnet immer noch rund 62 Prozent zu den Einnahmen des Jahres 2016 bei, das Digitalgeschäft kam auf einen Umsatzanteil von 38 Prozent. „Das Streaminggeschäft konnte die Rückgänge im physischen Bereich mit einem deutlichen Zuwachs von 73 Prozent mehr als ausgleichen“, analysiert Drücke. „Es war also auch 2016 der Mix aus digital und analog, der den deutschen Musikmarkt bestimmt und beflügelt und der unter dem Strich für ein überzeugendes Geschäftsjahr gesorgt hat.“
Laut Mathias Giloth, Geschäftsführer der Chartsermittler von GfK Entertainment, war Musik aus Deutschland 2016 weiterhin angesagt: „Deutsche Künstler landeten an 41 von 52 Wochen an der Spitze der Offiziellen Deutschen Album-Charts und setzen den Trend der letzten Jahre fort.“ Dabei seien alle Genres von HipHop bis Schlager, Rock und Metal bedient worden: „So ist wirklich für jeden Musikliebhaber was dabei.“
In den Offiziellen Deutschen Single-Charts sei hingegen der Anteil von Pop und Dance sowie von internationalen Künstlern auch aufgrund der weit verbreiteten Playlisten deutlich ausgeprägter, weiß Giloth: „Streaming ist bei den Konsumenten endgültig angekommen.“






