Die deutsche Phonowirtschaft erlebte in den Monaten Juni und Juli offenbar massive Umsatzeinbrüche: Die Fußball-WM und die Hitzewelle sollen nach Zahlen, die vermutlich auf Statistiken der großen Konzerne oder den nicht offiziell zugänglichen Frühindikatoren des Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft beruhen, zu Einbußen von 20 Prozent und mehr geführt haben. Das zumindest berichtet der „Spiegel“ mit Bezug auf Major-Quellen.
Der Juni hätte der Musikbranche „einen der schlimmsten Umsatzeinbrüche ihrer Geschichte“ gebracht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat seien die Umsätze um 27 Prozent eingebrochen. Im Juli habe das Minus erneut bei 20 Prozent zum Vorjahr gelegen, WM-Stimmung und Wetter hätten zu einer „desaströsen Kombination“ für die Musikwirtschaft geführt.
„Die letzten beiden Monate waren eine echte Katastrophe“, zitiert das Nachrichtenmagazin den namentlich nicht genannten Chef eines führenden Plattenkonzerns. Einzig Warner Music, so führt das Hamburger Magazin weiter aus, habe im Juni leicht um fünf Prozent zulegen können – vor allem dank guter Verkäufe der Red Hot Chili Peppers.
Erst vor knapp drei Wochen hatte Sony-BMG-Deutschlandchef Edgar Berger der Branche in einem Interview für das erste Halbjahr 2006 ein kumuliertes Minus von vier Prozent prophezeit. Zwar habe es zwischen März und Mai erstmals seit längerer Zeit eine Wachstumsphase im deutschen Musikgeschäft gegeben, doch mit Beginn der Fußball-WM sei das zarte Pflänzchen wieder verkümmert, hieß es damals.





