Recorded & Publishing

Deutsche Musikbranche berappelt sich

Das Halbjahresergebnis der Phonoverbände signalisiert eine Erholung der Musikwirtschaft. Mit nur noch 2,9 Prozent Absatzrückgang fährt die Branche das beste Ergebnis seit 2000 ein.

Gerd Gebhardt, Vorsitzender des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft, sieht „Licht am Ende des Tunnels“ und erklärt: „Der Absatzrückgang in der Phonowirtschaft lag im ersten Halbjahr 2004 bei 2,9 Prozent und war damit erheblich besser als in den letzten drei Jahren.“ Im ersten Halbjahr 2003 fiel der Absatz noch um 16,3 Prozent. Die Gründe sieht Gebhardt in der „attraktiven Repertoirepolitik der Musikfirmen“ und im „konsequenten Vorgehen“ gegen illegale Musikangebote, das zu einer Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen geführt habe. Auch neue Geschäftsfelder wie der Downloadmarkt und das mobile Geschäft trügen zu einem „optimistischen Blick in die Zukunft“ bei. Der im Halbjahresergebnis verbuchte Absatzrückgang ist der geringste seit 2000. Der Umsatz hat laut Gfk im ersten Halbjahr 2004 im Vergleich zum Vorjahr um ein wenig über acht Prozent nachgegeben. Die CD-Verkäufe bewegten sich im ersten Halbjahr mit 55,1 Mio. Stück fast auf dem Vorjahresniveau von 55,9 Mio. Einheiten. Musik-DVDs konnten sogar um 60 Prozent von 2,5 auf vier Mio. Stück zulegen. Der Single-Verkauf hingegen brach um neun Prozent ein. Für das Jahr 2004 ist. so Gerd Gebhardt, „mit einem leichten Umsatzverlust“ zu rechnen, mittelfristig seien die Perspektiven aber gut. Es bedürfe allerdings weiterer Verbesserungen der Rechtslage. Gebhardt fordert nicht nur effiziente Vorschriften zur Pirateriebekämpfung, er will auch die Voraussetzungen für einen Markt für Privatkopien schaffen und das Sendeprivileg einschränken.