Dass Popmusik aus Deutschland im vergangenen Jahr zu neuen Kräften gekommen ist, zeigte die glanzvolle Echo-Verleihung 2005 in Berlin. Mit Künstlern wie Annett Lousian, Rammstein, Silbermond oder den Fantastischen Vier räumten einheimische Acts bei der 14. Verleihung des Deutschen Musikpreises die meisten Awards ab.
Für DIVA-Preisträgerin Annett Louisan markiert der Gewinn des Echo als Künstlerin National Rock/Pop den bisherigen Höhepunkt ihrer rasanten Blitzkarriere, die sie im vergangenen Jahr aus dem Nichts in die Oberliga der deutschen Musikszene katapultierte. Mehr Zeit für den Weg nach oben ließ sich der Reggae-Sänger Gentleman. Nach dem Gewinn des Echo als bester Hip-Hop-Künstler im Jahr 2003, wurde der Four-Music-Artist nun zum Künstler National Rock/Pop gekürt.
Als bester internationaler Künstler wurde wie im Vorjahr Robbie Williams geehrt, während Anastacia die Trophäe für die beste internationale Künstlerin in Empfang nahm. Die Söhne Mannheims gewannen in der Kategorie Gruppe National Rock/Pop, während die Fantastischen Vier zum Hip-Hop-Act des Jahres gekürt wurden und somit den vierten Echo ihrer Karriere kassierten. Ihren ersten Echo durften Silbermond als Newcomer des Jahres einstecken.
Auch in den Nebenkategorien zeigte sich die Dominanz deutscher Künstler: Die deutschen Krawallrocker von Rammstein durften gleich zwei Awards in den Kategorien NewRock/Metal/Alternative und Live Act National in Empfang nehmen und konnten ihre Echo-Sammlung auf nun fünf Auszeichnungen erhöhen. Damit zieht der Universal-Act mit Wolfgang Petry gleich, der bislang ebenfalls fünf Echos eingesammelt hat. Die Viva-Zuschauer wählten indes „Run With Me“ von Jeanette zum besten Video. In der Kategorie Erfolgreichste DVD des Jahres setzten sich Die Ärzte gegen vornehmlich internationale Konkurrenz durch, während das erfolgsverwöhnte Krokodil Schnappi den Award in der neu geschaffenen Kategorie Downloadtitel National/International erhielt.
Phonoakademie-Chef Gerd Gebhardt erklärte in seiner Begrüßungsrede, dass der Verband trotz des eher erfreulichen Geschäftsjahrs 2004, bei der diesjährigen Echo-Verleihung Abstriche machen musste: „Früher haben wir zur Eröffnung immer eine Band spielen lassen – das können wir uns heute nicht mehr leisten.“ Außerdem bedankte sich Gebhardt bei Produzent Werner Kimmig, „ohne den diese Show nicht mehr machbar wäre“. Die erfreulichen Auswirkungen des Deutschpop-Booms brachte Comedian und Echo-Besucher Michael Mittermeier auf den Punkt: „Wir haben keine ‚Superstars‘ mehr – jetzt haben wir richtige Stars!“
Die Ausstrahlung der Award-Verleihung bei RTL wurde gegen 22.00 Uhr unterbrochen, nachdem die Meldung vom Tod des Papstes eingegangen war. RTL zeigte darauf hin eine Live-Sondersendung zum Tod des Oberhaupts der katholischen Kirche. Die Echo-Sendung wurde gegen 22.40 Uhr fortgesetzt.
Als besonderen Service sendet musikwoche.de allen Abonnenten der musik.lounge nach der Verleihung das umfassende MusikWoche-Special zum Echo 2005 im pdf-Format. Darin finden Sie ausführliche Informationen zu allen Gewinnern, ein Interview mit Gerd Gebhardt und Einzelwürdigungen zu den Preisträgern der Branchen-Echos.






