In Großbritannien erregt Universal Music derzeit Aufsehen mit einem hochdotierten Vertragsabschluss. Die erst 17-jährige Violinistin Nicola Benedetti soll dem Vernehmen nach mehr als eine Mio. Pfund (1,45 Mio. Euro) für einen Sechs-Alben-Vertrag mit der Deutschen Grammophon erhalten haben. Die Musikerin war die erste Schottin, die den Nachwuchswettbewerb der BBC gewinnen konnte. Sie gilt seit ihrem vierten Lebensjahr als überdurchschnittliches Talent und hat nun ihr erstes Album zusammen mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung des erst 29-jährigen Dirigenten Daniel Harding eingespielt.
Offiziell ließ Universal zwar nicht verlauten, wie teuer der Vertrag mit Benedetti war, doch Bill Holland, Leiter von Universal Classics & Jazz in UK, sagte gegenüber dem „Independent“, dies sei „ein enormer Deal“ er könne sich „an nichts Vergleichbares in den letzten 25 Jahren erinnern“. Kritische Zungen merkten bereits an, dass die attraktive Erscheinung der jungen Musikerin durchaus mitgeholfen haben könnte, die Manager bei Universal zu überzeugen. Doch gegen Vergleiche mit Crossover-Stars wie Vanessa Mae oder dem Streicherinnen-Ensemble Bond verwehrt sich Benedetti. Mark Wilkinson, Klassikchef von Universal in UK, sagte dazu: „Es wird keine nassen T-Shirts geben und auch keine DJ-Remixe.“
Wilkinsons Abteilung musste sich erst kürzlich öffentliche Kritik gefallen lassen, als Sir John Eliot Gardiner die Umstände seiner plötzlichen Vertragsauflösung bei der DG bekannt machte. „Ich finde mich plötzlich in einer Situation wieder, in der die Majors interessantes Material nicht mehr aufnehmen lassen, und in der eine neue Generation junger Künstler der bereichernden Erfahrung einer professionellen Studioaufnahme beraubt werden“, sagte der Stardirigent. „Denn die großen Labels lassen die Jungen einfach fallen, es sei denn, sie lassen sich in nasse Bikinis zwängen.“






