Die deutsche Musikbranche muss auch für das Jahr 2004 wieder mit einem Minus rechnen. Während sich die Märkte in USA und Großbritannien wieder erholen, erwarten die Majors in Deutschland einen Umsatzrückgang von sechs bis sieben Prozent. „Wir glauben nicht, dass das Weihnachtsgeschäft das noch rausreißen wird“, gab sich Rolf Gilbert, COO von BMG Records GmbH, gegenüber dem „Spiegel“ pessimistisch.
Angesichts der Verkaufszahlen der letzten Woche habe die Branche auch nur wenig Grund, auf Besserung zu hoffen, so das Nachrichtenmagazin. Am Anfang der Weihnachtssaison hat z.B. Eminem dank rund 210.000 ausgelieferten Exemplaren von „Encore“ zwar schon Platinstatus erreicht, in der ersten Woche nach VÖ jedoch nur 38.410 Einheiten verkauft. Die Verkaufszahlen bei den Singles seien nach den Informationen des „Spiegel“ noch ernüchternder: „Call On Me“ von Eric Prydz habe mit nur 19.000 verkauften CDs Platz eins erobert, wenige Wochen davor reichte Aventura schon die Hälfte dieser Verkäufe für die Spitzenposition.
Und am Ende der Top 100 müssen Alben inzwischen nur noch dreistellige Verkaufszahlen vorweisen, um in die Charts zu kommen. Zuletzt habe es ein Album mit nur 214 verkauften Kopien auf die 100. Position geschafft. „Bei diesen Zahlen haben die Plätze 50 bis 100 eigentlich überhaupt keine Bedeutung mehr“, findet Rolf Gilbert. „Da muss man sich inzwischen fragen, ob man die überhaupt noch ausweisen will.“






