Recorded & Publishing

Deutsche Bank sieht Wachstumschancen der Musikbranche

Eine aktuelle Studie der Deutschen Bank widmet sich den laufenden Entwicklungen in der Musikwirtschaft. Auch die Banker sehen demnach Chancen im Digitalvertrieb, wagen aber keine eigene Prognose.

Eine aktuelle Studie der Deutschen Bank widmet sich den laufenden Entwicklungen in der Musikwirtschaft. Unter dem Titel „Zukunft der Musikindustrie: Vielklang der Vertriebskanäle“ beleuchten die Banker vor allem die Chancen und Risiken im Digitalvertrieb: Der Marktanteil von Online.Musik am gesamten Musikgeschäft liege zwar mit derzeit 0,7 Prozent „aktuell noch im Zehntelprozent-Bereich“, wachse jedoch rapide.

„Unklar ist bislang, ob Musikstücke im Online-Kanal künftig vorwiegend einzeln oder im Abonnement, also mit Zugriff auf ganze Bibliotheken, verkauft werden“, stellt die Deutsche Bank fest und ergänzt: „Als neuer Hoffnungsträger im Musikvertrieb wird zudem das Mobiltelefon gesehen. Für die Musikindustrie könnte sich ein zusätzlicher, attraktiver Vertriebskanal öffnen, über den sie ihre Kunden in einer neuen Kaufsituation erreichen kann: unterwegs.“

Während die Marktbeobachter gerade das klassische Tonträgergeschäft unter erhöhtem Preisdruck sehen, räumen sie der Verknüpfung vom hit-orientierten Massengeschäft mit speziellen Nischenangeboten sowohl im stationären als auch im digitalen Bereich neue Chancen ein. „Die Zahl der Distributionskanäle für Musik wächst, die Kanäle sind in sich in Bewegung, und sie verschlingen sich zunehmend miteinander“, heißt es bei der Deutschen Bank. „Die zukünftige Struktur der Musikbranche ist somit völlig offen.“ Eigene Prognosen wagen die Analysten des Geldinstituts aber nicht.

Den Report nimmt Unionspolitiker Steffen Kampeter zum Anlass für einen Appell an die deutsche Musikwirtschaft. Sie solle „diese verheißungsvollen Perspektiven auch in Gesprächen mit den eigenen Hausbanken und den Medien vermitteln, um so in der Öffentlichkeit ein optimistischeres Bild der Branche zu zeichnen“. Dies sei umso wichtiger, als die Bankenlandschaft kaum Erfahrungen darin habe, wie die Musikbranche einzuschätzen sei.