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Der Handel wartet aufs Christkind

Fünf Wochen vor Weihnachten hofft der Handel in den größten Tonträgermärkten auf den Verkaufsknüller, der die Absatzzahlen zum Jahresende noch nach oben korrigieren soll. Die größten Erwartungen wecken derzeit Jay-Z und die Beatles.

Fünf Wochen vor Weihnachten hofft der Handel in den größten Tonträgermärkten auf den Verkaufsknüller, der die Absatzzahlen zum Jahresende noch nach oben korrigieren soll. Die größten Erwartungen wecken derzeit Jay-Z und die Beatles.

Das Remix-Konzeptalbum „Love“ der Beatles liegt in den Verkaufscharts von Amazon sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien auf Rang eins, bei Amazon US immerhin an achter Stelle und in Frankreich nur auf Platz 25.

Besonders die Händler in UK rechnen mit guten Verkaufszahlen für „Love“, das seit dem heutigen 20. November in den Regalen steht. Laut HMV-Musikchef Gary Rolfe sei jede Beatles-Veröffentlichung auf eine breit gestreute Konsumentenschicht abonniert und werde bei Fans wie Gelegenheitskäufern gleichermaßen für Kaufimpulse sorgen. Das Vorbestellungsvolumen aus aller Welt sei „großartig“, sagte Tony Wadsworth, Chairman & CEO von EMI Music UK & Ireland, dem „Billboard“.

Großtaten erwartet die US-Branche auch von Jay-Z. Der Rapper, der eigentlich eine Festanstellung als Chef des Universal-Labels Def Jam hat, soll mit Kingdom Come für eine Belebung im Markt sorgen. Die Vorbestellungen bei Amazon für das in den USA am 21. November erscheinende Album sind vorerst jedoch äußerst mäßig – anders lässt sich Verkaufsrang 58 kaum erklären.

Bei iTunes indes haben die Pre-Orders dem Comeback-Werk seit Tagen einen Platz in den Top Ten verschafft. Dort ist das Beatles-Album übrigens gar nicht erst zu finden, weil Apple Corps. immer noch keine Freigabe für Downloads erteilt hat.

Jay-Z und Universal lassen indes auf dem Heimatmarkt nichts unversucht, um die Öffentlichkeit vom Erscheinen der Platte in Kenntnis zu setzen. Auffällig ist dabei u.a., wie die Identifikationsfigur der HipHop-Szene seine Werbeverträge mit Markenartiklern geschickt für eigene Zwecke einsetzt. In einem Werbespot für Hewlett-Packard-Laptops ist Jay-Z nur vom Hals bis zu den Knien – und gekleidet im feinsten Executive-Zwirn – zu sehen, während er rappend die Vorzüge des HP-Computers anpreist. Vorgestellt wird er dabei mit der Bildschirmeinblendung „CEO of HipHop“. Und der TV-Spot für Budweiser-Bier könnte auch als Videoclip für seine erste Single-Auskopplung „Show Me What You Got“ missverstanden werden.

Dennoch wird sich Jay-Z an den Zahlen der jüngeren Vergangenheit messen lassen müssen. Sein letztes Werk, das „The Black Album“, verkaufte 2003 in der ersten Woche 463.000 Exemplare. Der Vorgänger aus dem Jahr 2002, „The Blueprint 2“, kam auf 545.000 Kopien. Und den Bestwert der ersten Woche hält in diesem Jahr noch immer die Country-Band Rascal Flatts, deren „Me And My Gang“ im April mit 722.000 Stück auf Platz eins einstieg.

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