Zum Start der 46. NARM Convention in San Diego hatte Clive Davis, bislang Chef von BMG Nordamerika, einen Rat für die Einzelhändler: „Sorgt dafür, dass der Kauf von Musik mehr Spaß macht.“ Der stationäre Handel müsse mit dem zunehmenden Erfolg des Digitalvertriebs eine ernste Konkurrenz fürchten. Der Branchenveteran hatte im Rahmen seiner Keynote zum Händlerkongress einen interessanten Vergleich parat: Die Auswahl zwischen Online-Shopping und dem Einkaufen im Plattenladen müsse für Musikfans eine ähnliche Entscheidung sein wie die Abwägung, ob man zu Hause oder im Restaurant essen will. „Es macht doch Spaß, Musik einzukaufen. Aber Sie machen kein Erlebnis daraus“, kritisierte Davis. „Sie sollten den Einkauf im Plattenladen viel aufregender gestalten.“ Wie die von den Umsatzeinbußen der letzten Jahre gebeutelten Händler das anstellen sollen, erklärte Davis zwar nicht, dennoch führte er einige lobenswerte Beispiele an: So hätte ihn die kompetente Belegschaft von Tower Records beeindruckt und auch die renovierten Virgin Megastores findet der BMG-Mann toll. Trotz der verhaltenen Schelte erhielt Davis von der US-Händlervereinigung nach 1972 bereits zum zweiten Mal den Presidential Award – eine Ehre, die außer ihm noch niemandem zuteil wurde. NARM-President Jim Donio begrüßte die Besucher der Convention zudem mit einer guten Nachricht: Die Umsätze sind seit Jahresbeginn mit neun Prozent im Plus. Dennoch verwies Donio auf die gravierenden Veränderungen im Musikkonsum, die mit dem jungen Downloadmarkt zu beobachten seien. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die CD auch in den nächsten Jahren das vorherrschende Musikmedium sein wird.
Davis liest NARM-Händlern die Leviten
Zum Start der 46. NARM Convention in San Diego hatte Clive Davis, Chef von BMG Nordamerika, einen Rat für die Einzelhändler: „Sorgt dafür, dass der Kauf von Musik mehr Spaß macht.“






