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Dank „Grey’s Anatomy“ zum Hit

TV-Präsenz macht Hits. In den USA zeigte sich das in den letzten Monaten deutlich an Beispielen wie The Fray oder Snow Patrol. Die Fernsehsender setzen aus Kostengründen jedoch immer öfter auf Künstler ohne Labelbindung. Prominentestes Beispiel: Ingrid Michaelson.

TV-Präsenz macht Hits. In den USA zeigte sich das in den letzten Monaten deutlich an Beispielen wie The Fray oder Snow Patrol. Die beiden Bands konnten über die Einbindung ihrer Songs in die überaus erfolgreiche Serie „Grey’s Anatomy“ des Disney-Networks ABC ihre Verkäufe merklich steigern.

Ähnliches gilt auch für andere Quotenrenner wie „CSI“ oder „Dr. House“. Die Fernsehsender weisen ihre Zuschauer – zur Freude der Labels – dabei meist auf die gespielten Titel hin. Ebenfalls wichtig für die Promotion von Musik: Shows wie „American Idol“, „Saturday Night Live“ oder „Dancing With The Stars“, wo regelmäßig Sendezeit für (Live-)Auftritte vorgesehen ist.

Zur Untermalung von Serien setzen die Sender jedoch in jüngster Zeit aus Kostengründen immer öfter auf Künstler ohne Labelbindung. Prominentestes Beispiel: Ingrid Michaelson. Die 26-jährige New Yorkerin hat bereits zwei Alben im Eigenvertrieb mit Hilfe von CD Baby veröffentlicht. Einen Vertrag mit einer Plattenfirma hat sich nicht. Dennoch verwendete ABC bereits viermal ihre Songs zur Beschallung und Emotionalisierung von „Grey’s Anatomy“-Folgen – zuletzt gestern beim großen Finale der dritten Staffel.

Michaelson wurde über ihre MySpace-Seite von der Managementfirma Secret Road Music Services entdeckt. Gründerin Lynn Grossman fungiert auch als Music Supervisor für die Serie „Dr. House“. Da Michaelson bislang ohne Label auskommt, verdient sie auch mehr an den ersten Erfolgen ihrer jungen Karriere. Von den gut 60.000 Downloads, die sie inzwischen über iTunes verkauft hat, behält die Musikerin die gesamte Marge für Rechteinhaber ein – 63 Cents pro Download. Vom Verkauf ihrer CDs erhält sie durch die Zusammenarbeit mit CD Baby 50 Prozent Anteil.

Und von ABC erhielt die Musikerin jeweils 15.000 Dollar für jeden Einsatz eines Songs. Das ist zwar nur etwa die Hälfte dessen, was die Lizenzen für Hits kosten, doch deutlich mehr als die 1000 Dollar, die Sender sonst für Nobodies ausgeben. Der Nachteil: Ohne großen Vertrieb finden Michaelsons Platten nicht den Weg in die Regale der marktführenden Händler. Das soll sich aber bald ändern: Sie will sich erst eine Fangemeinde erarbeiten, bevor sie bei einer Plattenfirma unterschreibt, sagte Michaelson gegenüber dem „Wall Street Journal“.

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