Bei Anghami verspricht man sich von der Zusammenarbeit mit Cyanite und der dort entwickelten Auto-Tagging-Technologie verbesserte Ergebnisse in Hinblick auf personalisierte Musikentdeckungen: „Anghami betreibt einen der kulturell vielfältigsten Musikkataloge weltweit“, weiß Cyanite-CEO Markus Schwarzer. „Sicherzustellen, dass arabisches Repertoire mit der gleichen Präzision erfasst wird wie westliche Musik, ist alles andere als trivial.“ Vor diesem Hintergrund sei man bei Cyanite stolz darauf, „dass unsere KI Musikentdeckung in diesem Maßstab und über eine so vielfältige regionale Landschaft hinweg unterstützen kann“.
Anghami, 2012 in Beirut gegründet, ist heute vom Hauptsitz in Abu Dhabi aus in 16 Nationen aktiv und zählt gut 160 Mitarbeitende. Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben über 120 Millionen registrierte Nutzer:innen, rund 2,5 Millionen zahlende Abonnent:innen und einen Katalog von mehr als 100 Millionen Titeln. Regionale Inhalte bilden dabei einen wesentlicher Teil des Katalogs.
2,5 Millionen Songs davon sollen im Rahmen der Kooperation mit dem Cyanite-Team nun mithilfe KI-generierter Musikmetadaten angereichert werden. Mehr als die Hälfte dieses zunächst vereinbarten Volumens sei bereits analysiert und in die Empfehlungssysteme von Anghami eingeflossen, wie Jakob Höflich als Mitbegründer und CMO von Cyanite auf Nachfrage von MusikWoche erläutert. Im Rahmen der Partnerschaft würden weitere Songs kontinuierlich über die Cyanite-API verarbeitet: „Ausgangspunkt war vor allem die Frage, wie gut sich arabisches Repertoire automatisiert verschlagworten lässt. Ein mehrmonatiger Testlauf mit entsprechendem Umfang hat Anghami überzeugt und schließlich zur Zusammenarbeit geführt, die seit dem vierten Quartal 2025 besteht.“
Im Rahmen der Kooperation ergänzt Cyanite Songs aus dem Anghami-Katalog um Metadaten zu Stimmung, Genre, Energie oder Instrumentierung sowie weiteren Merkmalen: „Diese strukturierte Datengrundlage fließt direkt in die internen Empfehlungssysteme von Anghami ein und ermöglicht eine präzisere und skalierbare Musikentdeckung“, teilt das 2016 von Markus Schwarzer, Jakob Höflich und Joshua Weikert an der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim gegründete und heute zudem in Berlin ansässige Unternehmen mit. Diese „strukturierte und konsistente Verschlagwortung“ helfe Streamingplattformen dabei, „Songs besser mit Hörerinnen und Hörern zu matchen, Long-Tail-Inhalte sichtbarer zu machen und die Personalisierung über vielfältige Repertoires hinweg zu verbessern“.
„Arabische Musik ist geprägt von enormer Tiefe, Emotion und kultureller Vielfalt“, erläutert Elias El Khoury, der bei Anghami als Vice President Information & Content Systems fungiert, die Herausforderungen. „Durch unsere Partnerschaft mit Cyanite stellen wir sicher, dass diese Qualitäten auch auf Datenebene erfasst werden. So können wir präzisere Personalisierung ermöglichen und die Musikentdeckung für Millionen von Nutzerinnen und Nutzern weiter verbessern.“




