Der amerikanische Tonträgerhandel beendete das erste Halbjahr zwar wieder mit einem Absatzminus von 4,2 Prozent, doch das Country-Genre ist an den schwachen Verkaufszahlen nicht schuld. Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Verkäufe sogar um 17,8 Prozent im Plus.
In den ersten sechs Monaten setzte der Handel gut 36 Mio. Country-Alben ab, im ersten Halbjahr 2005 waren es nur 30,56 Mio. Stück. Bedingt durch den allgemein negativen Markttrend stieg folglich auch der Marktanteil des Genres von 10,8 auf 13,3 Prozent. Auch die Zahl der erfolgreichen Produktionen zog an. Vor einem Jahr verkauften nur elf Titel zwischen Januar und Juni mehr als 500.000 Einheiten und nur „Feels Like Today“ von den Rascal Flatts brachte es auf mehr als eine Mio. Verkäufe.
Im ersten Halbjahr 2006 überschritten indes gleich 13 Alben die Marke von 500.000 Verkäufen und vier Alben knackten sogar die Millionengrenze: „American Idol“ Carrie Underwoods „Some Hearts“ (1,48 Mio. Kopien), die Dixie Chicks mit „Taking The Long Way“ (1,27 Mio.), Johnny Cash mit der Best of „Legend Of …“ (eine Mio.) und erneut die Rascal Flatts, diesmal mit „Me And My Gang“ (zwei Mio.).
Zudem ist das Country-Geschäft noch relativ stark an traditionelle Tonträger gebunden. Beim Downloadverkauf kommt das Genre nämlich nur auf einen Marktanteil von 6,4 Prozent. Aber immerhin setzte die Nashville-Branche im ersten Halbjahr 942.000 digitale Einheiten ab – ein Zuwachs von 213 Prozent. Bei diesem Tempo könnte es bleiben, sollten sich die für den Rest des Jahres angekündigten Alben von Stars wie Kenny Chesney, Faith Hill, Brad Paisley, Dierks Bentley, Keith Urban und Montgomery Gentry erwartungsgemäß verkaufen.






