Der Übernahmemarathon um die EMI Group geht in die Endphase. Sollte die Warner Music Group (WMG) bis zum 19. Juli kein neues Angebot vorlegen, hat die Private-Equity-Firma Terra Firma freie Bahn.
Das Takeover Panel der britischen Börsenaufsicht wird der WMG vermutlich im Lauf des heutigen 16. Juli ein Ultimatum stellen: Entweder liegt bis Donnerstag eine Offerte vor, oder das Pokern hat ein Ende. Doch angeblich versuchen die Amerikaner noch in letzter Minute die Finanzierung eines höheren Gebots zu sichern. Laut Informationen des „Telegraph“ ist Warner in Gesprächen mit mehreren Investmentfirmen, die bei der Übernahme des britischen Majors helfen sollen. Wer die Gelder zuschießen soll, ist allerdings unklar.
Ein Gelingen dieses Unterfangens ist in den vergangenen Wochen indes immer unwahrscheinlicher geworden. Die Verkaufszahlen im Tonträgerbereich brechen in USA und Großbritannien schneller ein, als erwartet. Gleichzeitig leidet der Börsenkurs der WMG seit geraumer Zeit unter dem Erwartungsdruck für ein mögliches EMI-Angebot. Die vergangene Handelswoche schloss die Aktie mit einem Kurs knapp über der 14-Dollar-Marke ab. Noch vor einem halben Jahr notierten Warner-Papiere deutlich über 20 Dollar, das Jahreshoch liegt bei 31 Dollar.
Zusätzliche Schwierigkeiten für die Finanzierung eines Angebots machen der angespannte britische Kreditmarkt und die negativen Markteinschätzungen von Analysten. Richard Greenfield von Pali Research sieht in einer Fusion von Warner und EMI ein zunehmendes Risiko für WMG-Anleger, weil ein Deal in hohem Maße fremdfinanziert wäre. Gleichzeitig sei die Prognose für die Branche in den kommenden Monaten zunehmend düster.





