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Computerlobby pocht auf Geräteabgabenreform

Die Hardwareindustrie verlangt von der EU-Kommission eine Rechtfertigung. Weil Kommissionspräsident Barroso die geplante Reform der Leermittelabgaben Mitte Dezember kurzfristig von der EU-Agenda gestrichen hatte, sei das Vertrauen in das europäische Exekutivkomitee erschüttert.

Die Hardwareindustrie verlangt von der EU-Kommission eine Rechtfertigung. Weil Kommissionspräsident José Manuel Barroso die geplante Reform der Leermittelabgaben Mitte Dezember kurzfristig von der EU-Agenda gestrichen hatte, sei das Vertrauen in das europäische Exekutivkomitee erschüttert, erklärten führende Konzerne der Computer- und Elektronikbranche.

In einem Brief an Barroso fordern die CEOs von Unternehmen wie Dell, HP, Nokia, Philips, Intel, Sony Ericsson, Sony und Matsushita ein Gespräch über das weitere Vorgehen. Barroso hatte im Dezember die in der Entertainmentbranche umstrittenen Pläne zur Reform der Leermittelabgaben ad acta gelegt – kurz bevor sie der zuständige Binnenmarktskommissar Charlie McCreevy vorlegen wollte.

Vor allem auf Druck der französischen Regierung machte die EU-Kommission einen Rückzieher, den die Computerlobby völlig „ungerechtfertigt“ findet. „Wir würden Sie gerne um ein Treffen ersuchen, um zu erfahren, wie Sie nun weiter vorgehen wollen. Oder um die Gründe zu verstehen, warum die Kommission nichts unternehmen will“, schrieben die Konzernchefs nach Brüssel.

Die Branche habe durch „den plötzlichen Rückzug“ ihr Vertrauen in Barrosos Team verloren, „und wir verlassen uns darauf, dass Sie persönlich nun den Reformprozess vorantreiben“.

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