Recorded & Publishing

Compilations ziehen UK-Markt ins Minus

Das britische Musikgeschäft kam 2005 mit einem hellblauen Auge davon. Der Absatz von One-Artist-Alben wie von James Blunt wuchs und das Singles-Geschäft explodierte dank des Downloadbooms. Zweistellige Einbrüche bei den Kopplungen sorgten dennoch für ein übergreifendes Minus.

Im Gegensatz zu Deutschland und den USA kam das britische Musikgeschäft im Jahr 2005 mit einem hellblauen Auge davon. Der Absatz von Alben über den Handel schrumpfte um 2,7 Prozent, dafür explodierte das Singles-Geschäft dank des Downloadbooms.

Insgesamt verkaufte die britische Branche nach Angaben des Verbands BPI im abgelaufenen Jahr 159 Mio. Longplayer – das sind 4,4 Mio. Exemplare weniger als im Rekordjahr 2004. Dieses Minus entstand jedoch nur, weil der Markt für Compilations im Königreich um 15,7 Prozent einbrach. Der Verkauf von One-Artist-Alben legte dagegen um 1,4 Prozent auf 126,2 Mio. Einheiten zu. Als Ursache für den Absturz der Kopplungen sieht die BPI u.a. die zunehmende Beliebtheit von per CD-Brenner selbst erstellten und oft auch illegal vermarkteten Hitzusammenstellungen.

Ebenfalls immer weniger gefragt: die CD-Single. Von ihr verkaufte der UK-Handel nur noch 21,4 Mio. Stück – ein Minus von 19,1 Prozent. Stattdessen sind britische Musikfans ganz verrückt nach digitaler Ware. Der Absatz von Downloads stieg von 5,8 auf 26,4 Mio. Tracks – das entspricht einem Zuwachs um 357 Prozent. Besonders zum Jahresende legte das Geschäft noch einmal deutlich zu. Mit einer Mio. verkaufter Titel brachte die 52. Kalenderwoche einen neuen Downloadrekord, in der Woche davor verkaufte der Handel 10,6 Mio. Alben – auch das ein neuer Bestwert.

Die erfolgreichsten Alben des Jahres in Großbritannien kamen von James Blunt, Coldplay, Robbie Williams, Kaiser Chiefs, Gorillaz, Westlife, KT Tunstall, Kelly Clarkson, Eminem und Faithless. Bei den Singles dominierten Tony Christie und Peter Kay („(Is This The Way To) Amarillo“), vor Shayne Ward („That’s My Goal“) und dem Crazy Frog („Axel F“).

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