Recorded & Publishing

Clement fordert Orientierung am Kunden

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement mahnte die Musikbranche am ersten Tag der Popkomm, sich auf die Forderungen ihrer Kunden zu konzentrieren. Auch in der Quotendiskussion soll der Ruf nach dem Gesetzgeber erst an letzter Stelle stehen.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement mahnte die Musikbranche am ersten Tag der Popkomm, sich auf die Forderungen ihrer Kunden zu konzentrieren: „Die Anbieter sind aufgefordert, sich Gedanken zu machen, wie sie den Wünschen der Anwender entsprechen können. Es kann der Branche nicht helfen, wenn sie ihre potenziellen Kunden eher vor dem Kadi als vor der Kasse trifft.“ Vielfältige legale Angebote könnten Abhilfe schaffen. Angesichts der Diskussion um den Referentenentwurf des Bundesjustizministeriums zum zweiten Korb der Urheberrechtsnovelle ergänzte Clement, dass ein Ausgleich zwischen der Höhe von Pauschalabgaben und dem Einsatz von Sicherungsmaßnahmen angedacht sei. Allerdings sei die politische Diskusssion mit der Vorlage des Entwurfs nun erst eröffnet.

Clement hinterfragte außerdem den Standpunkt des Bundesverbands, dass zwar immer mehr Musik gehört werde, aber immer weniger gerkauft. Die Zuwächse im Konzertgewerbe würden dem widersprechen. Zur Quotendiskussion meinte Clement schließlich, dass Lösungen wie eine freiwillige Selbstverpflichtung immer dem Ruf nach dem Gesetzgeber vorzuziehen seien. Gleichzeitig kritisierte er die Wahl des Namens GermanSounds für die deutschen Exportbemühungen als für ihn „völlig unverständlich“: Der Name sei mit der Förderung kultureller Identität eigentlich nicht zu vereinbaren.