Recorded & Publishing

Clear Channel und CTS: Die Hintergründe einer Ehe

Das amerikanische Medienunternehmen Clear Channel, unter anderem Mutterfirma des Konzertveranstalters SFX, beteiligt sich am Ticketing-Unternehmen CTS Eventim AG.

Das amerikanische Medienunternehmen Clear Channel Entertainment (CCE), Mutterfirma des Konzertveranstalters SFX, beteiligt sich am Ticketing-Unternehmen CTS Eventim AG. Wie in einem „Letter of Intent“ vereinbart wurde, übernimmt CCE 49,9 Prozent der CTS-Tochter Medusa. Medusa ist die Dachgesellschaft für alle Konzertveranstalter der CTS Eventim AG, darunter Marek Lieberberg, Peter Rieger, Semmel Concerts, Scorpio und Argo. CTS hält nach dem Deal 40 Prozent, die verschiedenen unter diesem Dach gebündelten Veranstalter die restlichen 10,1 Prozent. Dem Abschluss waren monatelange Verhandlungen vorausgegangen, der mögliche Markteintritt von SFX beschäftigt die Konzertveranstalter-Branche seit knapp zwei Jahren. Im Sommer 2000 ging erstmals das Gerücht in der Branche um, dass der amerikanische Veranstaltungs-Riese (Umsatz im Jahr 2001: rund 2,8 Milliarden Euro) einen Einstieg in den deutschen Markt plant. Das Buhlen der deutschen Veranstalter folgte auf den Fuss, als erstes fühlte sich epm Media als neuer Partner von SFX und gab am 28. Februar 2001 eine bekannt. Die Deutschland-Konzerte der weltweit bei SFX unter Vertrag stehenden Künstler veranstaltete in den kommenden Monaten aber nicht epm, sondern die Deutsche Entertainment AG (U2) und CTS Eventim (Madonna). Klaus-Peter Schulenberg, CTS-Vorstandsvorsitzender, erklärte in musikwoche.de, dass SFX in Sachen epm lediglich eine , DEAG-Chef Peter Schwenkow stellte an gleicher Stelle fest, dass SFX und sein Unternehmen . Somit wurde aus dem Dreikampf um die Gunst des US-Veranstalters ein Zweikampf, der mit der Beteiligung von SFX an CTS Eventim sein Ende fand. In einer Stellungnahme, die bereits vor dem Verkünden der Allianz verbreitet wurde, begrüßt die DEAG die neue Konstallation: „Noch ein Mitbewerber weniger im deutschen Markt“, sagte Schwenkow, „Die Konsolidierung des Marktes zum Nutzen der Konzertbesucher geht weiter und wird zu einer zusätzlichen Professionalisierung und stabilen Eintrittspreisen führen“. Die DEAG sieht ihre Zusammenarbeit mit Clear Channel Entertainment durch die jüngste Entwicklung nicht gefährdet, mit der Anschutz Entertainment Group (AEG) werde allerdings ein zweiter großer Player am Horizont sichtbar.