“Die Technologie der Künstlichen Intelligenz entwickelt sich mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit weiter“, weiß der ABBA-Mitbegründer Björn Ulvaeus in seinem Vorwort zum CISAC-Jahrbuch zu berichten, das die weltweite Dachorganisation der Verwertungsgesellschaften am 28. Mai 2026 unter anderem auf ihren Onlineseiten präsentierte. Der Rechenschaftsbericht wirft im Vorfeld der am 4. Juni in Paris anstehenden Hauptversammlung der CISAC ein Licht auf jüngste Aktivitäten und anstehende Herausforderungen in Sachen Lobbyarbeit.
CISAC-Präsident Björn Ulvaeus betont weiter, dass die menschliche Kreativität zwar „das Herzstück“ der derzeit alles verändernden KI-Technologie liefere, die Kreativen selbst indes „jedoch wirtschaftlich außen vor“ bleiben würden: „Sie erhalten weder eine Vergütung für die Nutzung ihrer Werke, noch wird ihnen die Anerkennung zuteil, die ihnen als unverzichtbarem Bestandteil der technologischen Weiterentwicklung gebührt.“ Dabei würden die entsprechenden Regeln selbstverständlich längst existieren: „Es gibt hier keine Grauzone: Das Urheberrecht bildet das Fundament der Kreativwirtschaft – und dies schon seit der Gründung der CISAC sowie viele Jahre davor.“
Erfreulicherweise würden Regierungen weltweit inzwischen auf die Entwicklung reagieren und den Dialog suchen, meint Ulvaeus, schränkt jedoch zugleich ein: „Doch trotz dieser spürbaren Dynamik fühlen sich diese Diskussionen für viele Kreative nach wie vor weit entfernt an. Sie sitzen nicht mit am Tisch. Sie sind nicht Teil des Prozesses. Und allzu oft bleiben ihre Stimmen ungehört.“
Vor diesem Hintergrund wolle er sich als Präsident der CISAC auch weiterhin „öffentlich zu Wort melden und den Austausch mit politischen Entscheidungsträgern suchen“, verspricht Ilvaeus: „Mein Ziel ist es sicherzustellen, dass jene, die Entscheidungen treffen, das wahre Ausmaß dessen erkennen, was hier auf dem Spiel steht: Es geht darum, jene Rahmenbedingungen zu schützen, die es der Kreativität ermöglichen, zu entstehen, zu gedeihen und langfristig Bestand zu haben.
Im Rahmen der Hauptversammlung feiert die 1926 in Paris gegründete CISAC zugleich ihr 100. Jubiläum. Neben einer Keynote von Björn Ulvaeus habe sich dazu unter anderem Musiker Jean-Michel Jarre, Deezer-CEO Alexis Lanternier, der unter anderem für seine „Avatar“-Filmmusik bekannte Komponist Simon Franglen, Musikverlegerin Annette Barrett (Reservoir, IMPF) und SACEM-CEO Cécile Rap-Veber angekündigt.







