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Cingular setzt bei Mobilmusik auf eMusic, Yahoo! und Napster

Cingular Wireless, größter Mobilfunkanbieter der USA, beschreitet im mobilen Musikgeschäft einen anderen Weg als seine Mitbewerber. Statt einen eigenen Downloadshop zu entwickeln, setzt das Unternehmen auf Kooperationen mit Napster, eMusic und Yahoo!.

Cingular Wireless, größter Mobilfunkanbieter der USA, beschreitet im mobilen Musikgeschäft einen anderen Weg als seine Mitbewerber. Statt einen eigenen Downloadshop zu entwickeln, setzt das Unternehmen auf Kooperationen mit Napster, eMusic und Yahoo!. Zu Beginn der Zusammenarbeit mit den Onlineshops wird Cingular Musikhandys auf den Markt bringen, die mit den Downloadabos von Napster und Yahoo! Music gefüttert werden können. Diese Geräte unterstützen also das PlaysForSure-Konzept von Microsoft – ein Novum auf dem US-Markt.

Zudem lassen sich auch die bei eMusic angebotenen MP3-Dateien sowie sonstige Files im Windows-Media-Format auf die Handys übertragen. Damit wendet sich Cingular offenbar von einer Kooperation mit iTunes ab. Seit einigen Monaten bietet der Mobilfunker Motorola-Handys mit iTunes-Funktionalität an. Zudem wurde seither permanent darüber spekuliert, dass Cingular wohl als Partner von Apple fungieren wird, wenn der Computerhersteller sein iPod-Handy auf den Markt bringt. Cingular-Kunden werden anfangs keine Songs über das Mobilfunknetz herunterladen können, sondern müssen ihre Musikhandys über eine USB-Kabelverbindung mit dem Computer bespielen. Mobile-Fulltrack-Downloads, wie sie die Konkurrenz von Sprint und Verizon bereits anbietet, sollen erst in den kommenden Monaten möglich werden. Dazu müssen die Kooperationspartner eMusic, Yahoo! und Napster ihre Shops noch entsprechend aufrüsten.

Vorerst können Nutzer in den jeweiligen Shops nur ihre Accounts einsehen, in den Katalogen stöbern und sich die gewünschten Titel zum späteren Download am Computer vormerken. Wer dabei Napster nutzt, kommt in den Genuss einer Zusatzfunktion: Mit dem Mikrofon des Handys und der MusicID-Technologie von Napster lassen sich Musiktitel von beliebigen Quellen identifizieren und im Onlineshop kennzeichnen. Unklar ist derzeit noch, welchen Anteil der Musikumsätze, die Cingular-Kunden bei den jeweiligen Downloadshops generieren, der Mobilfunkprovider als Absatzmittler erhält.

Ebenso fraglich sind die zu erwartenden Downloadpreise für das geplante Over-the-Air-Angebot. Sprint verlangt pro Song 2,50 Dollar, Verizon 1,99 Dollar. Diese Kostenstruktur hat in den USA bislang einen durchschlagenden Erfolg des mobilen Musikgeschäfts verhindert. Sprint hat nach einem Jahr acht Millionen Songs als Fulltrack-Downloads verkauft, von Verizon gibt es keine Absatzzahlen.

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