Recorded & Publishing

Chrysalis nach Konsolidierung wieder mit Gewinnwachstum

Die britische Chrysalis Group beendete ihr Geschäftsjahr zwar mit schrumpfenden Umsätzen, doch dafür stiegen die Gewinne in allen Unternehmensbereichen. Während das Radiogeschäft weiter unter der Flaute im Werbemarkt leidet, bleibt der Musikverlagsbereich in den schwarzen Zahlen.

Das britische Medienunternehmen Chrysalis Group beendete sein Geschäftsjahr 2006 zwar mit leicht schrumpfenden Umsätzen, doch dafür stiegen die Gewinne in allen Unternehmensbereichen. Während das Radiogeschäft weiter unter der Flaute im Werbemarkt leidet, bleibt der Musikverlagsbereich in den schwarzen Zahlen. Insgesamt nahm Chrysalis in den zwölf Monaten bis zum 31. August 131,9 Millionen Pfund (197 Millionen Euro) ein. Das sind 1,3 Prozent weniger als im Jahr davor, aber dafür wuchs der Vorsteuergewinn um 430 Prozent auf 5,3 Millionen Pfund (7,9 Millionen Euro).

Chrysalis Music trug mit Umsätzen in Höhe von 67,9 Millionen Pfund (101,5 Millionen Euro) zum Gesamtergebnis bei. Das ist ein Minus von 7,6 Prozent, das Musik-EBITA indes kletterte um 60 Prozent auf 5,6 Millionen Pfund (knapp 8,4 Millionen Euro). Auch der Net Publisher’s Share (NPS) – der Cashflow-Indikator im Verlagsgeschäft – wuchs um 5,2 Prozent auf 11,3 Millionen Pfund (16,9 Millionen Euro).

Chrysalis Music Publishing (CMP) ist der größte unabhängige Musikverlag in Großbritannien und rangiert nach Marktanteilen an fünfter Stelle. Selbst das Sorgenkind der Musikabteilung, das Label Echo, konnte nach den herben Verlusten des Vorjahres und einer darauf folgenden Umstellung des Geschäftsmodells wieder minimale Gewinne verbuchen. Echo veröffentlicht inzwischen nur noch Tonträger von Nachwuchskünstlern, die bei CMP verlegt werden, und baut diese mit möglichst geringem Marketingaufwand auf. Bei ersten Erfolgen bietet Echo diese Acts dann Majors zur Bandübernahme an. Zuletzt geschah dies in UK mit Nerina Pallot und Ray LaMontagne, die nun vom Warner-Label 14th Floor Records betreut werden.

Das Kerngeschäft im Musiksektor bestreitet Chrysalis jedoch weiter mit Publishing. Die weltweiten Erfolge von Gnarls Barkley, Christina Aguilera, Mariah Carey, den Dixie Chicks, Thom Yorke oder Will Young – deren Hits bei CMP verlegt werden – sorgten im abgelaufenen Geschäftsjahr für die guten Zahlen. Der Löwenanteil der Verlagseinnahmen kommt jedoch mittlerweile nicht mehr aus den mechanischen Verwertungsformen, sondern von Aufführungs- und Synchronisationsrechten. Weil der Tonträgerabsatz weiter sinkt, waren die Mechanicals nur noch für 43 Prozent der NPS verantwortlich. Vor fünf Jahren lag dieser Anteil noch bei 53 Prozent.

Die Unternehmenssparte Radio konnte ihren Umsatz um 4,3 Prozent auf 65,6 Millionen Pfund (98,1 Millionen Euro) steigern, wenn man allerdings die Zukäufe im Berichtszeitraum aus der Bilanz herausrechnet, blieben die Einnahmen konstant. Ungeachtet dessen kletterte auch hier das EBITA um 33 Prozent auf 10,2 Millionen Pfund (15,2 Millionen Euro). Zu Chrysalis Radio zählen neben dem in London erfolgreichsten Privatsender Heart 106.2 FM unter anderem die Stationen LBC und Galaxy. Wenngleich das Radiogeschäft entgegen dem allgemeinen Markttrend leichte Zuwächse vorweisen konnte, warnte CEO Richard Huntingford vor anhaltenden Schwierigkeiten in dieser Sparte. Im September und Oktober seien die Umsätze um zwölf Prozent zurückgegangen. Der schwache Werbemarkt weise zudem bislang keine Anzeichen einer Belebung auf.

Mehr zum Thema