In den MusikWoche Top 100 übernehmen Lou Pearlmans Schützlinge US 5 mit „Maria“ (siehe MusikWoche 28/05) das Zepter und stoßen damit Akon nach achtwöchiger Regentschaft mit „Lonely“ vom Thron. Der neue R&B-Stern liegt nun auf Rang zwei vor Ilona, die mit „Un Monde Parfait“ von sieben auf drei klettert. Den höchsten Neueinstieg verbucht auf Rang elf Mariah Carey mit „We Belong Together„, ihrem jüngsten Nummer-eins-Hit aus den US-Charts.
In den MusikWoche Top 100 Longplay macht sich das Sommerloch bemerkbar. Nur zwei neue Titel schaffen den Sprung in die Hitliste. Auch in der Spitzengruppe tut sich wenig. Coldplay behalten mit „X & Y“ ihre Führungsposition. Auf den Rängen zwei und drei kommt es zum Platztausch zwischen Shakira, die mit „Fijación Oral Vol. 1“ nun vor Banaroo und ihrem Album „Banaroo’s World“ liegt. Die „Bravo Hits 49„bleiben unbezwingbar in den MusikWoche Top 30 Compilations. Von vier auf zwei bewegen sich die „RTL Sommer Hits 2005“, die „Smash! Vol. 29“ auf Platz drei verdrängen.
Den höchsten Neueinstieg in den MusikWoche Top 100 Longplay verbuchen Fury In The Slaughterhouse mit „Acoustic Grand Cru Classé (Digipack)„. Damit weitet die Band aus Hannover ihre Charts-Spanne in der deutschen Longplay-Hitliste auf 15 Jahre und drei Monate aus. Erstmals tauchte die Formation um die Gebrüder Kai und Thorsten Wingenfelder hier nämlich im April 1990 mit dem Album „Jau!“ auf, das es damals bis auf Rang 43 brachte. In den nächsten Jahren arbeitete sich die Gruppe kontinuierlich nach oben: So kam „Hooka Hey“ 1991 auf Rang 32, „Pure Live!“ 1992 auf Platz 21 und „Mono“ 1993 auf Position zwölf. Mit „The Hearing And The Sense Of Balancing“ gelang 1995 mit Rang sechs der erste Top-Ten-Erfolg. 1997 verbuchten die „Furies“ mit „Brilliant Thieves“ auf Rang drei gar eine Notierung auf dem Podium. In die Top Ten stießen auch die Alben „Nowhere …, Fast!“ (1998 auf Position fünf) sowie „Home Inside“ (2000 auf neun) vor. Immerhin unter die ersten 20 kamen auch „Super Fury“ (1998 auf 20), „The Color Fury“ (2002 auf 13) und „Nimby“ (2004 auf 19).
Der kolumbianische Rockstar Juanes, laut der „Los Angeles Times“ derzeit „die wichtigste Figur der Latin-Music-Szene“, ist nun auch in Deutschland auf dem Weg zum Star. Nach einer kurzen Promo-Reise mit Fernsehauftritten in der „Aktuellen Schaubude“ im NDR-Fernsehen oder im „ZDF-Fernsehgarten“ entert seine Single „La Camisa Negra“ die MusikWoche Top 100 auf Rang 25. „Mi Sangre„, das aktuelle Album des Gewinners von neun Latin Grammies, macht einen Riesensprung von Rang 78 auf 40. Im September kommt Juanes auf Deutschland-Tour und tritt dabei auch beim prestigeträchtigen SWR3 New Pop Festival auf.
Aufsteigende Tendenz zeigt auch wieder Ronan Keating. Beflügelt von einem Auftritt in der ZDF-Sendung „Gottschalk and Friends“ war sein Sampler letzte Woche Wiedereinsteiger in den MusikWoche Top 100 Longplay auf Platz 77 und stürmt nun als Top-Aufsteiger auf Rang 37 nach vorn. „Baby Can I Hold You„, die neue Single des früheren Sängers der irischen Boygroup Boyzone, debütiert in den deutschen Singles-Charts auf Platz 42.
Mit „Un Monde Parfait“ landete die erst zwölfjährige Ilona einen gewaltigen Hit in ihrem Heimatland Frankreich, der dort 900.000 Einheiten verkaufte. Nun avanciert der Song mit Platz drei der Singles-Charts auch zum Renner in Deutschland. Der Titel kursierte zuvor bereits in diversen Internetforen als Sommerhit.
Der Durchhänger im US-Tonträgergeschäft trifft nicht alle großen Marktteilnehmer gleichermaßen. Im ersten Halbjahr sanken die Albumverkäufe in den USA um 7,6 Prozent, doch Doug Morris, Chairman & CEO der Universal Music Group, schüchtern solche Zahlen nicht ein: „Das letzte Jahr war eines unserer besten, und in diesem Jahr liegen wir bereits über Plan“, verriet er dem „Rolling Stone“. Nach den ersten sechs Monaten 2005 verbucht die UMG einen Marktanteil von 36 Prozent – fast zehn Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Auch die drei bestverkauften Alben stammen aus dem Universal-Stall: 50 Cent setzte von „The Massacre“ zwischen Jahresanfang und Ende Juni mehr als vier Mio. Einheiten ab, Mariah Carey fand für „The Emancipation Of Mimi“ 2,3 Mio. zahlende Fans, und „The Documentary“ von The Game verkaufte 2,1 Mio. Exemplare. Der Anteil von EMI am US-Geschäft sank indes innerhalb eines Jahres von zwölf auf zehn Prozent, und Sony BMG verlor sieben Prozent Marktanteil und liegt mit 27 Prozent deutlich hinter Universal zurück. Unter den Majors konnte einzig noch Warner zulegen – von 14 auf 16 Prozent.






