BMG Ariola Media bringt am 19. Juli die Stimmungshit-Kopplung „Svens scharfe Popp-Party“ auf den Markt. Die Doppel-CD entstand in Kooperation mit der Computerspiel-Firma Phenomedia, die mit dem Game um den ständig „poppenden“ Schafbock Sven Bomwollen ähnliches Aufsehen erregte wie zuvor mit „Moorhuhn“. Als Enhanced-Zusatzfunktionen bietet die Kopplung sowohl die Version des Computerspiels, die schon 2,5 Millionen User von www.bild.de herunterluden, als auch einen Bildschirmschoner mit dem scharfen Sven. Damit schaffe BMG Ariola Media ein „Rundum glücklich“-Paket für Fans des virtuellen Womanizers, erklärt Produktmanager Oliver Melke-Lepges. „Bei diesem Produkt hat es sich einfach angeboten, als stringente Maßnahme das Spiel mit draufzupacken für Leute, die keinen Internet-Zugang haben oder nicht lange online nach dem Spiel suchen wollen.“ BMG Ariola Media wolle mit Beigaben „Erlebniswelten“ schaffen und den Kunden das Gefühl geben, ein „rundes, wertiges Produkt zu bekommen“. Themen mit treuer Fanbasis seien hierfür laut Melke-Lepges besonders geeignet. „So hatten wir bei,Digimon“ eine Bildergalerie dabei oder beim Soundtrack zu,Der Schuh des Manitu“ den,Bully Music Maker“ als Spielzeug zum Arrangieren eines Musikstücks.“ Am 15. August bringt BMG Ariola Media zum Kinostart der „XL-Version“ der Karl-May-Parodie eine Single der Filmfigur Grauer Star mit integriertem Computerspiel von Ravensburger auf den Markt. „Auch Bügelbilder oder Aufkleber mit,Dragonball Z“-Figuren helfen, klarzumachen, dass es immer noch einen Unterschied macht, MP3s zu klauen oder unsere CDs zu erwerben“. Den Effekt großer Verkaufssteigerungen hätten solche Zusatzangebote indes nicht, glaubt Melke-Lepges.
Als zusätzlicher Anreiz für die Kunden sind sie auch für Florian Lamp, General Manager Polystar, durchaus geeignet. So brachte seine Division im Mai die „Bravo Hits 37“ mit einer Games-CD-ROM als Bonus heraus. Die enthielt das Spiel „Funkflitzer“ sowie Demos und Werbefilme für weitere Games von Vivendi Universal Interactive. „Die Märkte haben sich verschoben. Die CD stagniert, der Spielemarkt expandiert.“ So sei es sinnvoll, mit den Games-Experten aus dem eigenen Konzern gemeinsame Konzepte zu überlegen. „Für die,Bravo Hits“ war die Aktion sinnvoll, die Ausgabe mit dem Spiel hat sich stabil gehalten. Für die Games war es natürlich auch eine gute Marketing-Plattform.“ Polystar tausche sich jetzt wöchentlich mit der Spiele-Abteilung aus. Es gelte für Polystar generell, „neue Dinge auszuprobieren und die bestehenden Marken aufzuladen“. Auch bei Warner Strategic Marketing werden Überlegungen angestellt, mit neuen Wegen die Kundenbindung „zu fördern und zu pflegen“, wie Harry Weller, Director Media Marketing, bestätigt. Bei großen Themen wie den „Bravo Hits“, die WSM im Wechsel mit Polystar herausbringt, seien künftige Zugaben durchaus in der Diskussion – wie auch für One-Artist-Themen. Man müsse hier aber stets den Kosten-Nutzen-Faktor bedenken, so Weller.
Jörg Hackelbörger, Strategic Marketing Manager bei Sony Music Media, sieht pauschal die Addition nichtmusikalischer „Gimmicks“ als „wenig verkaufsfördernd“ an. Es müsse in jedem Fall ein enger Bezug zum Produkt bestehen. Bei „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“ erwarteten die Fans Poster oder Grußbotschaften von den Darstellern auf der CD. Auch ein Tattoo für „Alternative Moments“ mache Sinn ebenso wie T-Shirts als Bonus für One-Artist-Alben. Auch EMI Music Media denke über Produkte mit Zusatzangeboten nach, „aber noch nicht fürs Sommergeschäft“, erklärt Marketing Manager Anusch Mehdizadeh. Wie Hackelbörger sieht er zunächst vor allem im One-Artist-Bereich Möglichkeiten sinnvoller Zusätze wie Video-Clips oder „Making Ofs“.






