Bei Capitol Records in den USA hängt offenbar der Haussegen schief. In einem anonymen Schreiben an die EMI-Geschäftsführung haben sich Capitol-Mitarbeiter jüngst massiv über ihren Chef Andy Slater beschwert. Dieser verprasse sinnlos Budgets für völlig aussichtslose Acts und wirtschafte das Label ins Abseits, so die Vorwürfe aus den Reihen der Belegschaft.
Noch in den 90er-Jahren sei die EMI-Firma ein musikalischer Trendsetter gewesen, heute dümple man mit unterdurchschnittlichen bis mittelmäßigen Künstlern vor sich hin. Und Schuld daran sei Slater, dem es als President & CEO an Führungskraft und Weitblick fehle. „Wir können es nicht fassen, wie viel Geld für diese Acts ausgegeben wird, die eindeutig weit von den aktuellen Trends entfernt sind.“ Die altgedienten und verdienten Künstler des Labels würden nun links liegen gelassen, während man Unsummen für chancenlose Newcomer ausgebe.
Obendrein sei Slater ein Chef, der nicht delegieren könne und selten im Büro erreichbar oder anzutreffen sei. Bei EMI hieß es zu den über US-Medien ans Tageslicht gebrachten Vorwürfen nur: „Andy und seine Mannschaft bei Capitol erledigen ihre Arbeit hervorragend.“ Seit seinem Amtsantritt im Frühjahr 2001 habe Slater für eine Belebung der Firma gesorgt und ihren Marktanteil in den USA in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt.





