Bei der Jahrespressekonferenz des Bundesverbands der Phonographischen Wirtschaft betonte Verbändechef Gerd Gebhardt, die Klagewelle richte sich in erster Linie gegen Uploader, und nicht gegen Downloader: „Wir wollten keine Strafanzeigen stellen, sind aber aufgrund der Gesetzeslage dazu gezwungen“, meinte Gebhardt. Die Piraterie gehe inzwischen durch alle Altersschichten und habe zahlreiche Arbeitsplätze in der Musikbranche vernichtet: „Im Jahr 2003 wurden über 1000 Stellen gestrichen – und auch dieses Jahr wird noch einiges kommen“, fürchtete er.
Geschäftsführer Peter Zombik ergänzte: „Es wurde noch nie mehr Musik genutzt, und noch nie weniger bezahlt.“ Wenn nur zehn Prozent der Verkäufe von CD-Rohlingen in legitime CD-Käufe umgewandelt werden könnten, „hätten wir wieder die glänzenden Zahlen von 1998“. Auf den Schulhöfen werde mit gebrannten CDs der schnelle Euro gemacht, kritisierte Zombik. „Die Musik ist der mit Abstand wichtigste Grund, CD-Rohlinge zu kaufen.“ Vor dem Hintergrund der Klagewelle betonte er: „Unser Ziel sind keine Zivilverfahren, sondern außergerichtliche Einigungen. Abschreckung ist das Ziel.“
Auf diesem Weg sollen binnen der nächsten drei bis fünf Jahre 95 Prozent aller Downloads auf legale Plattformen umgeleitet werden. Das Nahziel sei die Eindämmung der Uploads: „Ende 2004 wollen wir, dass es 20 bis 40 Prozent weniger Uploader gibt.“ Dazu will man gemeinsam mit Anwalt Clemens Rasch weitere Klagen auf den Weg bringen: „Wir rechnen mit weiteren Verfahren bis zum Jahresende“, bestätigte Rasch. „In den nächsten Wochen werden uns Namen vorliegen, und dann wird es Vergleichsverhandlungen geben.“






