Die Preis- und Rabattaktionen von Online-Anbietern wie audible.de heizen die Diskussion um eine Ausweitung der Buchpreisbindung an. Viele Händler und Verlage fordern auch für die so genannten neuen Büchermedien Audio- und E-Books verbindliche Preisbestimmungen.
„Das Preisbindungsgesetz erklärt zwar, dass Bücher preisgebunden sind, definiert aber nicht ausreichend, was Bücher sind“, betont Christian Russ, Preisbindungswächter der Kanzlei Dieter Wallenfels, gegenüber „Buchreport“. Bisher lege man das Gesetz meist so aus, dass E-Books als „elektronische Substitute“ preisgebunden seien, während Hörbücher eine eigene mediale Form darstellten. Eine alternative Auslegung sei jedoch ebenfalls möglich. Auch Christian Sprang, Justitiar des Börsenvereins, weist auf die Gesetzeslücke hin. Er erklärt allerdings, dass der Börsenverein sich derzeit nicht veranlasst sehe, ein Musterverfahren anzustreben, da in der Branche bisher kein ausreichendes Bedürfnis dafür vorhanden sei.
Dieses Bedürfnis haben bisher vor allem Buchfilialisten und Hörbuchverlage, die ihre Margen bedroht sehen. „Auch wenn die Möglichkeit der Preisgestaltung bisher von vielen Buchhändlern gar nicht genutzt werden, möchten wir die Stabilität unserer Preise sicherstellen“, erläutert beispielsweise Johannes Stricker als kaufmännischer Leiter des HörVerlags.
Doch die Branche ist nach wie vor gespalten, wenn es um die Preisbindung geht. Gerade die Online-Händler wollen ihren Markt nicht durch zu starke Reglementierungen gefährden. Verleger Hans Kreutzfeldt, der gemeinsam mit dem Onlinehändler libri.de ein E-Book-Portal ins Leben gerufen hat, betont, dass man ohnehin keine aggressive Preispolitik betreiben wolle. Das Hörbuchdownloadportal audible.de gewährt hingegen Preisnachlässe von bis zu 30 Prozent im Vergleich zur CD-Ausgabe, sowie zusätzliche Rabatte für Abo-Kunden.





