Als Komponist, Musikproduzent und Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA spricht sich Prof. Christian Bruhn in einem offenen Brief an NDR-Unterhaltungschef Dr. Jürgen Meier-Beer für den Rückzug des Songs „Run & Hide“ von Gracia und Produzent David Brandes vom Grand-Prix-Finale aus:
„Ihre Entscheidung, das Lied ‚Run & Hide‘ zum Wettbewerb zuzulassen, seinen Komponisten jedoch aus der Kiew-Delegation auszuschließen, ist zu kurz gedacht und liegt daher neben der eigentlichen Problematik“, schreibt Bruhn. Zwar könne man Interpret und Werk nie auseinander dividieren, gleichwohl bliebe laut Statuten der Eurovision Song Contest ein Wettbewerb der Lieder und ihrer Urheber.
„Das Publikum hat also nicht nur die Sängerin, sondern selbstverständlich auch das betreffende Lied ausgewählt.“ Dieses jedoch hätte gar nicht nominiert werden können, wäre es nicht durch Manipulationen in die Charts gelangt, meint Bruhn. „Da nun dieser Song nur qua dubioser Machenschaften die entsprechende Charts-Position und damit die Teilnahme erreichte, wurde das Publikum getäuscht, und deshalb sollte man eben dieses Werk ausschließen, nicht nur seinen Schöpfer.“
Zudem fürchtet Bruhn um das internationale Ansehen deutscher Produktionen: „Die internationale Reputation der deutschen Komponisten und Musikproduzenten würde bei einer Teilnahme von ‚Run & Hide‘ empfindlichen Schaden erleiden. Das sollte wirklich jedem einleuchten.“






