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Bronfman will EMI-Mitbewerber ausstechen

Im Übernahmepoker um die EMI Group hat Warner-Chef Edgar Bronfman seinen Einsatz erhöht: Um pauschal 100 Millionen Pfund oder umgerechnet gut 146 Millionen Euro will er jeden Mitbewerber um den Kauf des britischen Majors überbieten.

Im Übernahmepoker um die EMI Group hat Warner-Chef Edgar Bronfman jr. seinen Einsatz erhöht: Um pauschal 100 Millionen Pfund oder umgerechnet gut 146 Millionen Euro will er jeden Mitbewerber um den Kauf des britischen Majors überbieten. Allerdings soll dieser Aufschlag wohl erst nach einer Zustimmung der Kartellbehörden ausgezahlt werden, spekuliert die Londoner „Sunday Times“.

Neben Warner buhlen derzeit die Investmentfirmen One Equity, Fortress und Cerberus um die Gunst von EMI. Die Briten sollen den Interessenten eine Frist für die Abgabe verbindlicher Angebote bis zum 23. Mai gesetzt haben.

Warner-Chef Bronfman greift mit seinem Vorstoß in die Diskussion um potenzielle Kartellrisiken ein: Insider rechnen offenbar damit, dass Warner Music ein höheres Angebot als die Investmentbanker vorlegen muss, um bei EMI zum Zug zu kommen. Nur so könnten sich die Verantwortlichen in London wohl davon überzeugen lassen, die möglichen Probleme bei einer kartellrechtlichen Untersuchung des Major-Mergers auf sich zu nehmen.

Ein EMI-Aktionär sagte derweil der „Sunday Times“: „Wir warten auf den Zusammenschluss von Warner und EMI. Den Vorstoß einer Private-Equity-Firma im letzten Jahr haben wir abgelehnt, weil in diesem Zusammenschluss der wahre Wert liegt.“ Dafür sei es auch zu vertreten, die Risiken eines Kartellverfahrens auf sich zu nehmen.

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