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Bronfman sieht enormes Wachstumspotenzial in Asien

Abseits aller Fusions- und Verkaufspläne gab Warner-Music-Chef Edgar Bronfman den weltgewandten Geschäftsmann beim Asia Pacific Music Forum. In Hongkong pries Bronfman die Vorzüge der Wachstumsmärkte in der Region und mahnte mehr politische Entschlossenheit an.

Abseits aller Fusions- und Verkaufspläne gab Warner-Music-Chef Edgar Bronfman jr. den weltgewandten Geschäftsmann beim ersten Asia Pacific Music Forum. In Hongkong pries Bronfman im Rahmen seiner Keynote am 10. Mai die Vorzüge der Wachstumsmärkte in der Region und mahnte mehr politische Entschlossenheit an.

Der Wirtschaftsraum Asia-Pacific trage schon heute 20 Prozent zum Gesamtumsatz der weltweiten Musikbranche bei. Besonders China habe sich in jüngster Zeit trotz aller Piraterieprobleme zu einem wahren Boom-Markt entwickelt. Die chinesische Musikwirtschaft sei zusammen mit den Umsätzen aus dem Digitalgeschäft bereits der zweitgrößte Markt in der Region. Zudem habe die chinesische Regierung zuletzt stringentere Maßnahmen zur Bekämpfung von Piraterie angekündigt, „die ermutigend sind und mich – wenngleich ich da vorsichtig bin – optimistisch stimmen“.

Zudem sei die Entwicklung mobiler Vertriebsplattformen in Asien so weit fortgeschritten wie in keiner anderen Region. Neben den Vorreitermärkten in Japan und Südkorea nehme auch hier China eine Schlüsselrolle ein.

„Der weltgrößte Mobilfunkmarkt ist inzwischen China: mehr als 400 Mio. Kunden. Allein im Jahr 2005 kamen 85 Mio. Neukunden hinzu.“ Im gesamten Raum Asia-Pacific waren es laut Bronfman im letzten Jahr 800 Mio. Mobilfunkkunden, bis 2010 werde diese Zahl auf 1,2 Mrd. anwachsen. „Das heißt, dass bis 2010 über 40 Prozent der weltweiten Handy-Nutzer in diesem Wirtschaftsraum sein werden.“

Ein Vertriebspotenzial, das Warner Music zu nutzen gedenkt. Schon heute würden in Asien mit mobilen Musikanwendungen 3,2 Mrd. Dollar umgesetzt. „Manche Analysten rechnen damit, dass in drei Jahren jeder sechste asiatische Mobilfunknutzer Musik mit dem Handy kaufen wird. 2004 war es erst jeder zwölfte. Damit würden im Jahr 2009 rund 200 Mio. Handy-Besitzer über acht Mrd. Dollar für Musik ausgeben und damit das physische Geschäft überflügeln.“ Südkoreaner gäben schon jetzt mehr Geld für Mobilmusik als für Tonträger aus, so Bronfman.

Das Asia Pacific Music Forum fand am 10. und 11. Mai zum ersten Mal statt und ist eine Branchenveranstaltung, die von der IFPI und ihren Mitgliedern unterstützt wird. Passend zu seinem Auftritt in Hongkong präsentierte die Warner Music Group zusammen mit der koreanischen Mobilfunkfirma SK Telecom das Musik-Joint-Venture WS Entertainment.

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