Recorded & Publishing

Bronfman meidet heißes Eisen

Im Anschluss an die Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das zweite Quartal erläuterte das Management der Warner Music Group seine Bilanz vor Investoren und Analysten. Über die Situation mit EMI schwiegen sich Edgar Bronfman und Michael Fleisher allerdings aus.

Im Anschluss an die Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das zweite Quartal erläuterte das Management der Warner Music Group seine Bilanz vor Investoren und Analysten. Zur Situation mit EMI wollten sich CEO Edgar Bronfman jr. und Finanzchef Michael Fleisher allerdings nicht äußern.

Gleich zu Beginn der Live-Konferenz sagte Bronfman: „In Bezug auf den Elefanten im Raum haben wir nichts Neues zu sagen. Das Angebot der EMI Group wurde von uns abgelehnt. Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir uns dazu hier und jetzt nicht weiter äußern werden.“

Danach machte Bronfman deutlich, für wie wichtig er das erfreuliche Ergebnis seines Unternehmens im digitalen Musikvertrieb hält. Der Verkauf von Downloads und mobilen Musikprodukten hat in der ersten Hälfte des WMG-Geschäftsjahres knapp zehn Prozent zu den Gesamtumsätzen beigetragen, im zweiten Quartal lag die digitale Umsatzquote bei elf Prozent. Um sein Argument zu untermauern, wies Bronfman sein Publikum auf den Erfolg von Gnarls Barkley hin, die in Großbritannien mit „Crazy“ als erster Act alleine durch den Verkauf von Downloads auf Platz eins der Charts eingestiegen waren. Das mit Warner assoziierte Label Downtown wird Gnarls Barkley übrigens in den USA veröffentlichen.

Darüber hinaus betonte Bronfman, dass sich die Investitionen in den A&R-Bereich bei der Ostküstenrepertoiredivision Atlantic Records auszuzahlen beginnen. Die Erfolge von Künstlern wie James Blunt, Daniel Powter, Michael Bublé, Death Cab For Cutie oder Panic! At The Disco ließen klar erkennen, das Atlantic auf einem guten Weg sei.

CFO Fleisher führte danach aus, dass das Umsatzwachstum im Geschäftsbereich Recorded Music nicht allein dem Digitalvertrieb zu verdanken sei. Auch im physischen Geschäft mit Tonträgern habe man – wenn auch nur geringfügige – Umsatzzuwächse zu verzeichnen gehabt. Einen Ausblick auf die zweite Hälfte des Geschäftsjahres wollte Fleischer nicht geben. Wie schon bei den letzten Quartalsbilanzen lag die Begründung hierfür in den „schwer zu prognostizierenden Schwankungen im internationalen Musikgeschäft“.

Auch auf Nachfrage wollten sich Bronfman und Fleischer nicht zu einem möglichen Zusammenschluss mit EMI äußern. Kurz nach der einstündigen Konferenz begann in New York der Börsenhandel. Die Aktie der WMG eröffnete mit einem Rekordwert von 31 Dollar – 2,26 Dollar über dem Schlusskurs des Vortags. Um 16.30 Uhr MESZ lag der WMG-Kurs bei 29,30 Dollar. Zur gleichen Zeit notierten die EMI-Papiere in London bei 280,25 Pence – 0,53 Prozent niedriger als am Tag davor. Mehr zum Thema