Vor drei Wochen noch galt die Warner Music Group (WMG) als sicherer Übernahmekandidat, nun scheint sich das Blatt zu wenden. Während EMI mit einem neuen Angebot für Warner weiter zögert, versucht Edgar Bronfman jr. das Geld für ein Gegenangebot zum Kauf der Briten zusammenzukratzen.
Laut einem Bericht der Londoner „Times“ arbeitet Bronfman zusammen mit seinen WMG-Investoren Thomas H. Lee Partners, Bain Capital und Providence Equity an Finanzierungsmöglichkeiten zum Kauf der EMI Group. Welche neuen Geldgeber einen derartigen Schritt mittragen würden, ist derzeit allerdings völlig unklar.
Bereits vor einigen Tagen gab es Gerüchte, Bronfman spreche auf der Suche nach Krediten auch mit potenziellen Partnern in Nahost und in Russland. Experten gehen davon aus, dass ein Übernahmeangebot an die EMI-Aktionäre mindestens bei 300 Pence pro Anteilsschein liegen müsste. Am 29. Mai schloss das Papier in London mit 269,75 Pence. Damit käme EMI Bronfman und seinen Partnern teuer zu stehen: Laut der „Times“ versucht der WMG-CEO 2,8 Mrd. Pfund (5,2 Mrd. Dollar oder 4,1 Mrd. Euro) auf die Beine zu stellen.
Billiger ließe sich der Deal nicht einfädeln, weil EMI-Chairman Eric Nicoli mit seiner ersten Offerte für Warner Music die Ausgangsbedingungen und den Mindestpreis definiert hatte. Ohne einen Aufpreis von mindestens 40 Prozent über Börsenwert wird keiner der beiden Majors zu haben sein.






