Recorded & Publishing

Britisches Konsortium will groß ins Verlagsgeschäft

In Großbritannien formiert sich ein neues Schwergewicht im Verlagsgeschäft: Die Kingstreet Media Group will noch bis Jahresende Kataloge im Wert von 100 Mio. Euro aufkaufen. Mit dabei sind Rupert Perry, Paul Russell und Harvey Goldsmith.

In Großbritannien formiert sich ein neues Schwergewicht im Verlagsgeschäft: Die Kingstreet Media Group will noch bis Jahresende Kataloge im Wert von 100 Mio. Euro aufkaufen. Als CEO des Anfang des Jahres gegründeten Unternehmens fungiert mit Andrew Wilkinson ein ehemaliger Manager der Rolling Stones. Zudem mit an Bord: Rupert Perry, bis Ende 2002 Chef von EMI Recorded Music, Paul Russell, bis Mitte 2003 Europachef von Sony/ATV Publishing, Harvey Goldsmith, Veranstalter und Mitglied des Band Aid Trust, Tim Hollier, Gründer von Music Copyright Solutions, und Michael Bungey, ehemaliger CEO der Werbeagentur Bates Worldwide and Cordiant.

Nach einem Bericht der „Times“ wollen sie die Karten im Verlagsgeschäft neu mischen. Bis Silvester sollen fünf Übernahmen abgeschlossen werden, als Finanzier tritt die Royal Bank of Scotland auf. Im Lauf des kommenden Jahres will Kingstreet weitere Verlage aufkaufen, das Geld dafür sei so gut wie sicher, sagte Hollier der „Times“. 120 Mio. Pfund oder rund 171 Mio. Euro will demnach eine Londoner Bank zur Verfügung stellen.

Die Pläne von Kingstreet wurden erstmals bekannt, als der Freundeskreis sich um den Katalog von DreamWorks bemühte, dabei aber von JDS Capital Management ausgestochen wurde. Hollier erklärte, Kingstreet habe Verlagsanteile im Wert von über 500 Mio. Euro ausfindig gemacht, bei denen eine Übernahme lohnenswert wäre. Bei Assets im Wert von 200 Mio. Euro befinde man sich in „fortgeschrittenen Verhandlungen“.

In den letzten Monaten tauchen immer öfter Privatinvestoren auf, die sich im Bereich Urheberrechte engagieren. Neue Umsatzquellen wie Klingeltöne, Downloads oder Games böten mittelfristig solide Renditen, heißt es. So sicherte sich Stage Three Music 40 Mio. Pfund Kapital für Akquisitionen, und auch Rick Dobbins, einstiger Chef von Warner Music UK, ist zusammen mit Partnern auf der Suche nach Investments im Verlagsgeschäft. Laut Hollier will Kingstreet in drei bis fünf Jahren an die Börse gehen. Aber auch im Tourgeschäft will sich Kingstreet engagieren.

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