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Britischer Markt verzeichnet einstelliges Minus

Der Tonträgermarkt in Großbritannien gab im Jahr 2002 nach Umsätzen um fast vier Prozent nach. Dazu trugen vor allem Umsatzrückgänge bei den Singles bei.

Die Umsätze im britischen Tonträgermarkt sanken von 1,232 Milliarden Pfund im Jahr 2001 um 3,7 Prozent auf nun 1,186 Milliarden Pfund im Jahr 2002. Damit verzeichnet der britische Branchenverband BPI zum ersten Mal seit fünf Jahren einen Rückgang. BPI-Chairman Peter Jamieson führte das Minus unter anderem auf die grassierende Piraterie zurück: „Die Umsätze im illegalen CD-Markt sind bereits halb so groß wie im legalen Geschäft und wachsen täglich. Dies ist eine deutliche Bedrohung für die Musikindustrie“, sagte Jamieson der BBC. Zum Marktminus trug vor allem ein Umsatzrückgang von elf Prozent bei den Singles bei. Nach Absatzzahlen brach das Singles-Format um fast zwölf Prozent auf das Niveau von vor zehn Jahren ein. Dieses Minus konnten auch die weiterhin starken Verkäufe von CD-Alben nicht auffangen: Zwar konnte dieses Format nach Stückzahlen um 1,4 Prozent zulegen, nach Umsätzen verzeichneten die CD-Alben ein Minus von zwei Prozent. Mit Umsätzen von mehr als einer Milliarde Pfund erzielten die BPI-Mitglieder in diesem Segment dennoch das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten. Gleichzeitig brach der Markt für MCs nach Wert um genau zwei Drittel ein, und auch Vinyl-LPs büßten rund 19 Prozent ein. Insgesamt bewegt sich der Longplay-Markt mit einem Absatzminus von 0,1 Prozent auf Vorjahresniveau. Um künftige Zuwächse im DVD-Bereich darstellen zu können, kündigte BPI-Chefstatistiker Chris Green zudem einen Sonderbericht für dieses Format an.

Die erst im November veröffentlichte CD „Escapology“ von Robbie Williams war in Großbritannien das bestverkaufte Album des Jahres. Obwohl Robbie auch in den vergangenen fünf Jahren jeweils den Sprung unter die zehn Top-Alben schaffte, verzeichnete er nun zum ersten Mal einen Jahresbestseller. Der britische Markt profitierte zudem von den starken Verkäufen nationaler Produkte: Die Hälfte aller Titel unter den 40 Top-Alben stammte im Jahr 2002 aus heimischer Produktion. Gleichzeitig brach allerdings die Nachfrage nach „Best-Of“-Compilations ein: Während diese Produkte im Jahr 2001 noch einen Charts-Anteil von 23,5 Prozent erzielten, kamen sie im Jahr 2002 nur noch auf einen Anteil von 16,3 Prozent.

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BPI Jahresbericht 2002 (.pdf)

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