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Britischer Einzelhandel verliert Anteile an Supermärkte

Musikkäufer in Großbritannien werden immer älter und geiziger. Das legen Zahlen nahe, die von der IFPI veröffentlicht wurden. Supermärkte graben demnach auch im Heimatland des Pop immer stärker den Fachhändlern das Wasser ab.

Musikkäufer in Großbritannien werden immer älter und geiziger. Das legen Zahlen nahe, die von der IFPI und der BPI veröffentlicht wurden. Fast die Hälfte aller Kunden in UK ist inzwischen jenseits der 40, was den Mythos vom jugendlichen Plattengeschäft wohl endgültig beerdigen dürfte.

Auch im Heimatland des Pop sind es vor allem die Supermärkte, die den Fachhändlern immer stärker das Wasser abgraben. Märkte wie Asda, Tesco oder Sainsbury’s waren im Jahr 2005 für 26 Prozent aller Tonträgerumsätze verantwortlich. Im Jahr 2001 waren es erst 15 Prozent. Parallel dazu verlieren Fachhandelsketten wie HMV immer mehr an Zulauf. Ihr Anteil im Musikgeschäft in Großbritannien sank von 52 Prozent im Jahr 2001 auf nur noch 44 Prozent im letzten Jahr.

Verkäufe über das Internet bestimmen trotz des Downloadbooms erst elf Prozent des UK-Markts. Während manche Beobachter den wachsenden Erfolg der Supermärkte mit ihren Dauerniedrigpreisen mit Sorge sehen, verteidigt ein Asda-Sprecher die Entwicklung: „Wir haben mit dazu beigetragen, dass Albumpreise von einst 13 oder 14 Pfund unter die Zehn-Pfund-Marke gesunken sind. Deshalb kaufen die Menschen heute mehr Musik als vor zehn Jahren.“

Für den Fachhandel sei es dabei zwar oft schwer, mitzuhalten, so der Asda-Mann gegenüber dem „Evening Standard“, aber das Wohl der kleineren Händler liege ohnehin in einem anderen Angebot als dem der Supermärkte.

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