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Britische Musikbranche beurteilt Brexit kritisch

Die Appelle aus dem Musikbiz für einen Verbleib Großbritanniens in der EU haben nichts genützt. BPI-Chef Geoff Taylor fordert auch nach dem Brexit problemlosen Zugang zum europäischen Markt, AIM-CEO Alison Wenham wähnt das Ansehen der Szene gefährdet und Analyst Mark Mulligan sieht unabhängige Unternehmen potenziell als Hauptleidtragende.

Die zahlreichen haben nichts genützt: Beim Referendum stimmte eine Mehrheit der britischen Bürger für einen Austritt des Königreichs aus der Gemeinschaft.

BPI-Verbandschef Geoff Taylor sieht auf die Lobbyisten in UK nun neue Prioritäten zukommen: Angesichts drohender Unsicherheiten fordert er bereits kurz nach der Entscheidung Handelsabkommen ein, die britischen Musikunternehmen und tourenden Künstlern problemlosen Zugang zum europäischen Markt garantieren sollen. Man werde bei der Regierung entsprechend Druck machen, verspricht Taylor, der aber auch Chancen in der Entscheidung sieht: „Unsere Regierung sollte nun aber auch die Möglichkeit haben, national strengere Urheberrechtsgesetze durchzusetzen, die in UK die Investitionen ins Kreativgeschäft weiter fördern, die Kreativschaffenden hierzulande vor Piraterie schützen und zugleich Plattformbetreiber davon abhalten, über urheberrechtliche Schlupflöcher die hier geschaffenen Werte abzuschöpfen.“

Für den britischen Indieverband AIM verspricht CEO Alison Wenham, man werde versuchen, in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedern, anderen Branchenorganisationen und den Kollegen in der Musikindustrie zu gewährleisten, „dass die Stellung und das Ansehen der unabhängigen Musikszene auf dem internationalen Markt durch dieses Ereignis nicht beeinträchtigt wird.“

Denn gerade die kleinere und mittelständische Unternehmen, unabhängige Musikproduzenten und Start-ups aus dem Technologiesektor sieht Analyst Mark Mulligan potenziell als die Hauptleidtragenden der Entwicklung. Allerdings hält sich auch Mulligan mit konkreten Prognosen bedeckt: Man trete nun ein in eine Phase des Ungewissen.