Recorded & Publishing

Britische Indies fordern neue Urheberrechte

Eine Koalition der unabhängigen Plattenfirmen, Musikverleger, Künstlermanagements sowie der Kreativen Großbritanniens verabschiedete ein Grundsatzpapier zum Urheberrecht im digitalen Zeitalter – mit Zügen einer P2P-Flatrate.

Eine Koalition der unabhängigen Plattenfirmen, Musikverleger, Künstlermanagements sowie der Kreativen und der Verwertungsgesellschaften Großbritanniens verabschiedete im Rahmen einer Round-Table-Diskussion ein Grundsatzpapier zur künftigen Ausgestaltung des Urheberrechts im digitalen Zeitalter.

Ganz oben auf der Liste steht die Forderung, Internet-Serviceprovider oder Mobilfunkprovider als Bindeglied in die Wertschöpfungskette zwischen den Musikschaffenden und den Konsumenten einzubinden. Außerdem sollen legale Wege zum Musiktausch über P2P-Onlineplattformen oder Mobilfunk vorangetrieben werden. Bei der Durchsetzung der entsprechenden Urheberrechte sollen schließlich anstelle der Konsumenten eher unautorisierte Vermittler in den Fokus rücken.

Ohne es explizit so zu nennen, schwebt den Unterstützern des Entwurfs also offenbar ein Modell vor, das dem einer P2P-Flatrate nahe kommt.

AIM-Chairman Alison Wenham bezeichnete das Ergebnis der Diskussion als die innovativste mögliche Antwort auf Probleme, die das heutige Urheberrecht nicht lösen könne. Und Jazz Summers, Chairman des Music Manager Forum, hält es für dringend geboten, ISPs und Mobilfunkanbieter als verantwortungsvolle Partner in den Digitalvertrieb von Musik einzubinden.

Hinter dem Entwurf unter dem Motto „Copyright Reform In The Digital Age“ stehen laut Informationen des britischen Indie-Verbands AIM neben den rund 1000 unabhängigen Plattenfirmen mit rund 3000 Angestellten auch 50.000 Songwriter und Autoren, 32.000 Mitglieder der Musikergewerkschaft und 450 Mitglieder des Music Manager Forum.