Recorded & Publishing

Britische Händler kämpfen gegen Prince-Geschenk

Im Streit um die Gratisaktion zum Prince-Album „Planet Earth“ wendet sich der britische Händlerverband ERA an die Medienwächter von ABC. Die Auflagenprüfer sollten nicht zulassen, dass die „Mail on Sunday“ ihre Verkaufszahlen mit Kostenlosangeboten nach oben schraubt.

Im Streit um die Gratisaktion zum Prince-Album „Planet Earth“ wendet sich der britische Händlerverband ERA nun an die Medienwächter von ABC (Audit Bureau of Circulations). Die amtlichen Auflagenprüfer – das britische Pendant zur IVW – sollten nicht zulassen, dass die „Mail on Sunday“ ihre Verkaufszahlen künstlich mit Kostenlosangeboten nach oben schraubt.

Das Blatt wird am kommenden Sonntag die Prince-CD jedem Heft beilegen. Eine Ausgabe der „Mail on Sunday“ kostet 1,40 Pfund oder umgerechnet 2,06 Euro, voraussichtlich werden am 15. Juli mindestens drei Mio. Exemplare in Umlauf gebracht. Normalerweise erscheint die „Mail“ sonntags in einer Auflage von 2,27 Mio.

Nach Ansicht der ERA stellt die geplante Prince-Promotion nicht nur für Musikhändler eine massive Wettbewerbsverzerrung dar. Auch die Auflagenprüfung des ABC werde damit ad absurdum geführt. Die ERA ersucht das ABC daher, den Vorfall zu prüfen und derartige Auflagenmanipulationen zu untersagen.

Es gilt indes als unwahrscheinlich, dass das ABC Schritte gegen die „Mail“ einleiten wird. In der Vergangenheit gab es in Großbritannien schon häufig Heftbeilagen mit CDs und DVDs, wenngleich kein brandneues Album eines etablierten Stars. Wie viele Zeitungen der Verlag letztlich ausliefern wird, ist nicht bekannt. „Mail“-Geschäftsführer Stephen Miron geht davon aus, dass alle Kopien verkauft werden.

Mehr zum Thema