Die Anfangserfolge des jungen Downloadmarktes werden in Großbritannien derzeit von ersten kritischen Stimmen getrübt. Viele Digitalkunden fühlen sich von der Inkompatibilität der verschiedenen Angebote hinters Licht geführt und halten die Preise zudem für zu hoch. Nachdem die Redaktion des britischen IT-Magazins „PC Pro“ wiederholt empörte Leserzuschriften erhalten hatte, sah sie sich genötigt, dem Negativtrend auf den Grund zu gehen. Heraus kam ein Stimmungsbild, das der anfänglichen Downloadeuphorie in Europa einen Dämpfer verpasst. Viele Kunden seien enttäuscht, wenn sie nach dem Kauf von Downloads bemerken, dass ihr MP3-Player das spezifische Digital Rights Management des jeweiligen Verkäufers nicht verarbeiten kann. Andere berichten von Problemen mit dem Bezahlsystem.
Doch die größte Crux scheint die Preisgestaltung im Digitalgeschäft zu sein. Auch die „BBC News“ stellten Akzeptanzschwächen bei der Kundschaft fest, die bei Preisen, die denen bei physischen Produkten ähneln, auch eine gleich große Verwendbarkeit der Ware erwarten. Downloads, die sich aufgrund von DRM jedoch nicht wie CDs auf einer Vielzahl von Geräten abspielen lassen, seien nach Ansicht der Bevölkerung zu teuer. Dem pflichtet auch Marktexperte Paul Brindley von der Beratungsfirma Music Ally bei: „Die Labels würden die Downloadpreise gerne auf einem vergleichbaren Niveau mit der physischen Welt halten. Aber all unsere Forschungsergebnisse zeigen: Kunden, die sich für Musik und Technologie interessieren, halten 50 Pence pro Song für angemessen.“
In UK verlangt der Marktführer iTunes Music Store indes 79 Pence pro Titel. Solange Käufer mit ihren Downloads nicht genauso flexibel umgehen könnten wie mit ihren CDs, werde das derzeitige Preisniveau als überteuert empfunden. Deshalb seien die kolportierten Preiserhöhungspläne der Musikbranche völlig unrealistisch, findet Brindley: „Wenn dieser Markt wachsen soll, dann gibt es nur einen Weg: den nach unten.“





