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Briten kündigen Download-Charts an

Die britische Official Chart Company (OCC) wird ab September 2004 wöchentlich eine „Official UK Download Chart“ ermitteln und dort die Verkaufszahlen von Online-Shops wie Mycokemusic.com, Napster und iTunes dokumentieren.

Die britische Official Chart Company (OCC) wird ab September 2004 wöchentlich eine „Official UK Download Chart“ ermitteln und dort die Verkaufszahlen legaler Online-Shops wie Mycokemusic.com, Napster und iTunes dokumentieren. Coca Cola tritt dabei als Kooperationspartner der neuen Charts in Erscheinung. In der Woche bis zum 28. Juni veröffentlichte das Gespann erstmals eine Testausgabe der neuen Download-Charts, angeführt vom Pixies-Track „Bam Thwok“. Die britischen Branchenverbände reagierten positiv auf die Charts-Neuerung. So sieht beispielsweise die BPI die Download-Charts momentan nicht als Konkurrenz für die herkömmlichen Singles-Charts, da die Bandbreite der Downloads viel größer sei und auch Non-Single-Tracks sowie exklusive Veröffentlichungen enthalte. BPI-Chairman Peter Jamieson erachtet die Einführung als notwendig: „Der legale Erwerb von Musikdateien über das Internet wird ein maßgeblicher Bestandteil des künftigen Musikgeschäfts sein und sollte daher durch entsprechende Charts repräsentiert werden.“ Die Informationsinstitution der Charts sei momentan bedroht, weil einerseits das legale Download-Aufkommen erst im Aufbau begriffen und andererseits der Absatz von physischen Tonträgern stark eingebrochen ist. Daher sei es Aufgabe der Charts-Gesellschaft und der BPI, sich darum zu kümmern, dass die Charts funktionieren, indem sie den Musikgeschmack der Konsumenten wiederspiegeln und als sinnvolles Marketinginstrument von der Industrie genutzt werden können. OCC-Chef Omar Maskatiya bezeichnet die neuen Charts als Meilenstein: „Sie markieren die bedeutendste Entwicklung im Charts-Business seit 20 Jahren,“ damals wurde die CD als Tonträgerformat eingeführt. Auch IFPI-Chairman Jay Berman glaubt, dass die Charts ein Schritt in die richtige Richtung sind, da sie zeigten, wie attraktiv die legalen Download-Angebote für den Konsumenten seien.

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