Recorded & Publishing

Brauchen Marken Musik?

Markenartikler und Musikbranche finden sich nicht nur bei gemeinsamen Kampagnen immer öfter in einem Boot. Doch wie viel Musik braucht eine Marke? Fragen, die der Verlag AS Young Mediahouse (ASYM) mit einem Fachgespräch am 21. Mai klären wollte.

“Speak Music“ ist eine Initiative des ASYM, zu deren Medienpartnern auch musikwoche gehört. Der Verlag möchte mit „Speak Music“ zwischen Markenartiklern, Mediaagenturen und Entertainmentfirmen vermitteln und die Kommunikation fördern. Die Diskussion im Journalistenclub des Axel-Springer-Hauses setzte das Thema geschickt um: Unter der Leitung von Bayern-3-Moderator Claus Krüsken diskutierten Udo Lange, President & CEO EMI Music Germany, Esther Liesenberg, Head of Brand Communications Nike International, Uwe Deese, Inhaber der Agentur megacult, Peter Lanz, PR-Manager von No Angels und Bro’Sis, Christian Stolberg, Chefredakteur „Musikexpress“ und Simon Peter, Chefredakteur „Yam!“, vor rund 40 geladenen Gästen. Während des Gesprächs kristallisierten sich zwei Hauptformen von Kampagnen, die Musik und Marken verbinden, heraus: Das klassische Testimonial und langfristige Konzepte wie beispielsweise die „Volkswagen Sound Foundation“ oder der „Jägermeister Band Support“, die Strukturen in der Musikszene aufbauen.

Während der erste Typ sich am besten für die schnelle Umsatzsteigerung eignet, wirken sich langfristige Konzepte vor allem auf das Image der Marke aus. Hier kommen die Printmedien zum Zug: Christian Stolberg wies darauf hin, dass für die Nachhaltigkeit einer Kampagne die Partnerschaft mit Printmedien unerlässlich sei. Peter Lanz sieht in der Verbindung von Musik und Produkt ein „Aufladen der Marke mit Emotionalität“, das allerdings für beide Seiten akzeptabel sein müsse: So seien beispielsweise die No Angels selbstbewusste Künstlerinnen, die sehr genau prüfen, für wen oder was sie Werbung machen. Eine Risiko liegt laut Udo Lange auch in der Kombination: „Was als Kampagne für die No Angels perfekt passt, kann eine Band wie Tocotronic für immer in Misskredit bringen“, warnte Lange. Künstler und Produkt müssten perfekt zusammenpassen. „Speak Music“ soll noch in diesem Jahr mit einer weiteren Veranstaltung fortgesetzt werden. Neben den Diskussionsveranstaltungen hat ASYM mit der Website www.speakmusic.de auch eine Onlineplattform zum Thema geschaffen.